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Halloween

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Halloween, 40 Jahre später: Ein einziges Paradoxon

Halloween Kritik

Halloween Kritik
1 Kommentar - 03.11.2018 von LastGunman
In dieser Userkritik verrät euch LastGunman, wie gut "Halloween" ist.
Halloween

Bewertung: 3 / 5

(Eventuell kleinere Spoiler vorhanden)

Was demnächst bei Robocop ansteht, geschah dieses Jahr mit Halloween, der Slasher-Reihe um den unsterblich und übermenschlich erscheinenden Killer Michael Myers: Wenn ein Reboot erfolglos bleibt, dann knüpft man mit einem neuen Teil an das Original an und ignoriert dabei alle früheren Sequels. Eine neue Mode in Hollywood? Oder der ureigene Gedanke, man könne es selbst doch besser machen, als es die anderen zuvor gemacht haben?

Regisseur David Gordon Greene gefiel es nicht, dass Michael Myers und Laurie Strode damals in Halloween II zu Geschwistern erklärt wurden. Das würde dem Ganzen etwas den Schrecken nehmen. Ist es also nicht schrecklich, irgendwo einen Verwandten in der Anstalt sitzen zu haben, bei dessen Ausbruch man um sich und seine Nachkommen fürchten muss? Darügber lässt sich sicher streiten. Komischerweise macht Michael Myers dann genau das: Er macht Jagd auf Laurie Strode und ihre Familie. Und sie hat sich all die Jahrzehnte auf seine Rückkehr vorbereitet. Das ist in etwa, als würde man bei einer Zeitreise einen wichtigen Planeten der Star-Trek-Historie sprengen, weil man kreativen Freiraum braucht, um alles anders machen zu können - nur um dann in Star Trek 2 den gleichen Bösewicht wie in Star Trek II zu bringen (und das auch noch bis zur letzten Minute abzustreiten).

Mit diesem Einschnitt wird der Film zum Paradoxon: Hätte es nur Halloween (1978) gegeben, hätte nie irgendjemand Halloween (2018) gedreht. Die Fortsetzungen und der Reboot, so - vorsichtig ausgedrückt - schwankend in der Qualität sie auch waren, hielten das Franchise am Leben. Und ja, schon mit Halloween H20 hat man einen Teil der Story ignoriert, um Laurie Strode, gespielt von Jamie Lee Curtis, zurückzubringen. Ihren Tod in Halloween Resurrection hätte man aber sicher genauso halbwegs plausibel retconnen können wie Michaels Köpfung in H20.

Doch nicht nur das: Michael Myers brachte zu Halloween 1978 gerade mal 5 Leute um. Das soll nicht zynisch klingen, aber es gibt echte Serienkiller und Amokläufer, die mehr Menschen getötet haben. Dadurch wird ein psychisch gestörter Mörder, der 40 Jahre in einer Anstalt verbracht hat und in dieser Zeit nie versuchte auszubrechen, nicht zum puren "Bösen", zum "Schwarzen Mann". Nein, Myers wurde erst durch seine zahlreichen Wiederkünfte zur Legende - die aber ja in der Zeitlinie des Films ausradiert wurden. Warum hat man also solche Angst vor ihm? Mehr als vor jedem anderen Mörder?

Dabei ist der sichtlich gealterte Myers - man kann Falten und graue Barthaare in seinem leicht von der Seite gezeigtem Gesicht erkennen - sehr fit für sein Alter. Doch genauso wie man sein vollständiges Gesicht nicht sehen darf, weswegen ihn ein Reporter in der sehr merkwürdigen "Heilanstalt" von hinten anspricht, obwohl er ihn genauso gefahrlos von vorne hätte ansprechen können, muss das Drehbuch auch dem stets gemächlich laufenden Killer in die Hände spielen.

Besagter Reporter samt Kollegin sorgen, weil sie zufällig 40 Jahre nach den Morden Interesse am Fall entwickeln, dafür, dass Michael später seine berühmte Maske wiederbekommt - und dürfen danach sterben. Zufällig findet auch gerade an diesem Halloween ein Gefangenentransport in eine günstigere Anstalt statt - der Staat habe kein Interesse mehr daran, Myers zu studieren. Einfacher kann man es sich als Drehbuchautor nicht machen. Desweiteren ist der Sheriff in Haddonfield ständig allein untwerwegs, und der in einem Anflug von Selbstironie von Laurie als "neuer Loomis" bezeichnete Dr. Sartain schadet den anderen auch mehr, als er nützt.
Der Freund von Lauries Enkelin Allyson ist nur im Film, damit er fremdknutschen und in einer sehr merkwürdigen Nicht-Streit-Szene das Handy seiner Freundin in die Puddingschüssel werfen kann. Damit ist dafür gesorgt, dass Laurie ihre Enkelin nicht mehr telefonisch warnen kann. Obwohl das Handy noch im Pudding klingelt, wird es einfach darin liegengelassen. Und Allysons Freund ist es nicht mal wert, von Michael umgebracht zu werden - er verschwindet einfach in der Versenkung, nachdem er seinen Zweck erfüllt hat. Dafür ist man froh, dass ein paar andere Nervensägen das Zeitliche segnen.

Was mir an Halloween gefallen hat, sind die Kameraeinstellungen. Die sind wirklich etwas besonderes und machen den Film, der an sich ja nicht langweilig, aber oft unfreiwillig komisch und unlogisch ist, durchaus sehenswert. Jedoch, gerade die Szene in der Anstalt oder die mit dem verunglückten Gefangenentransport, die Moviejones so stark fand, empfand ich als zu merkwürdig, unlogisch und als völlig unpassend zum Rest des Films. Die Musik jedoch, für die endlich wieder John Carpenter höchstpersönlich Verantwortung zeichnete, fand ich sehr gelungen und stimmig.

Abschließend umschifft der Film aber die Frage, ob Michael Myers jetzt ein normaler Mörder oder ein Übermensch ist. Die Anfangsszene mit den Reportern im Sanatorium verpricht da durchaus etwas, das der Film nicht hält. Auch die Chance für eine mögliche überraschende Wendung im letzten Akt ließ man verstreichen.

Halloween Bewertung
Bewertung des Films
610
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1 Kommentar
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Silencio : : Moviejones-Fan
04.11.2018 13:24 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 876 | Reviews: 41 | Hüte: 68

"Dadurch wird ein psychisch gestörter Mörder, der 40 Jahre in einer Anstalt verbracht hat und in dieser Zeit nie versuchte auszubrechen, nicht zum puren "Bösen", zum "Schwarzen Mann". "

Öhm, naja... das sagt Dr Loomis bereits im ersten Teil. Also, dafür hat es keine Sequels gebraucht...

"Der Freund von Lauries Enkelin Allyson ist nur im Film, damit er fremdknutschen und in einer sehr merkwürdigen Nicht-Streit-Szene das Handy seiner Freundin in die Puddingschüssel werfen kann."

Der ist dafür da, um eines der Themen des Filmes (Michael als Verkörperung der konservativen Sexualmoral) zu unterstreichen. Michael bringt andauernd Leute um, deren Persönlichkeit nicht zu 100% in die klassische Mann/Frau-Einteilung passt- Das fängt schon mit dem Jungen an, der lieber Tanzen als Jagen mag. Cameron gibt sich wiederum progressiv, ist aber im Grunde doch ein sexistisches Arschloch. Die Szene demaskiert ihn also sozusagen...

"Abschließend umschifft der Film aber die Frage, ob Michael Myers jetzt ein normaler Mörder oder ein Übermensch ist. "

Wie bereits im ersten Teil...

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