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Die Jagd

Kritik Details Trailer Galerie News
Das Fest ist zu Ende, es beginnt die Jagd

Die Jagd Kritik

Die Jagd Kritik
24 Kommentare - 09.11.2018 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Die Jagd" ist.

Bewertung: 4 / 5

Achtung: Das ist eher ein Vergleich der beiden Vinterberg Filme "Das Fest" und "Die Jagd" als eine astreine Besprechung des Filmes die Jagd. Dazu muss ich sagen, dass es etwas her ist, dass ich beide Filme mal gesehen habe, das Fest nun schon locker mal 15 Jahre, dennoch versuche ich es. Sollten sich hier Fehler einschleichen, gerne im Kommentar-Feld anmerken :-)

Als Vinterberg damls mit "Das Fest" Dogma salonfähig machte, erzählte er gleichzeitig eine Geschichte über sexuellen Kindesmißbrauch an sich und der Gesellschaft, wie sie damit umgeht. Das war eindringlich, teilweise schwer zu ertragen, teilweise sehr platt, aber immer mitreissend, da man mitten im Geschehen drin war - und das mit minimalsten Mitteln.

Die Jagd ist nun sein nächster Film zum gleichen Thema, oberflächlich mit den gleichen Schwerpunkten, nur halt diesmal aus der Sicht des gesetzten Filmemachers, der inszenatorisch keine Sperenzchen mehr machen muss: Eine Geschichte über einen vermeintlichen Kindesmißbrauch und der Umganges der Gesellschaft damit.

Nur könnte es inhaltlich auf den ersten Blick gar nicht unterschiedlicher sein in der Geschichte und der Erzählung an sich. Doch ist Die Jagd tatsächlich eine späte Abkehr vom Fest?

Das Fest erzählt die Geschichte des runden Geburtstages des Patriarchen einer wohlsituierten Familie, welches pompös gefeiert werden soll. Die entfremdeden Kinder treffen ein, und später erzählt ein Sohn vor allen Gästen freimütig, wie er und seine mittlerweile verstorbene Schwester immer wieder als Kinder vom Vater mißbraucht wurden. Er wird ignoriert, das Fest (d.h. alle Gäste) wird unvermindert fortgeführt. Der Sohn wiederholt die Anschuldigungen vehement und wird immer stärker vom eigenen Bruder angegriffen, die Fest-Gesellschaft feiert einfach weiter und ignoeriert den Störenfried.

Die Jagd handelt von einem ehemaligen Gymnasiallehrer, der mittlerweile notgedrungen in einem verschlafenen Nest als Kindergärtner arbeiten muss. Er wird irgendwann fälschlicherweise von einem Mädchen beschuldigt, sie angegangen zu haben, daraus entspinnt sich dann eine Hexenjagd sondergleichen.

Die Unterschiede liegen auf der Hand: Auf der einen Seite findet der Geschädigte kein Gehör, auf der anderen Seite eskaliert aus einer naiven Aussage eines kleinen Mädchens eine Lawine der Empörung, die tief hinter die beschauliche Kulisse einer Dorfgemeinschaft blicken läßt.

So wirkt es auf den ersten Blick, als hätte Winterberg nach Jahrzehnten eine Art Anti-These zum Fest verfasst, da das Fest sehr plakativ war. Die Jagd soll nun leiser, subtiler daher kommen und die Fehler des erstgenannten konter karieren. Doch das ist nur die halbe Miete.

Im Grunde genommen ist die Jagd nämlich eine logische Fortführung des Festes mit den Mitteln eines reiferen Regisseurs, der seine Ansichten eben nicht geändert hat, sondern mittlerweile die reiferen Fragen stellt: Ging es beim Fest darum, dass die Menschen wie Lemminge sind, und aus Bequemlichkeit die Augen verschliessen, geht es jetzt darum, diese Fehler nicht mehr zu begehen, und den Kindern zuzuhören, dabei aber vor lauter Aktionismus nicht wirklich zuzuhören sondern den eigenen inneren Dämonen nachzugeben. Dabei ist das Fest neben der Mißbrauchsgeschichte gleichzeitig auch eine Geschichte über Faschismus und falschen Götzenanbetungen. Die Jagd hingegen ist naturalistischer und eher eine Sozialstudie über Existenzen am Rande und wie dann sich ein Mob organisieren kann. Auch hier also eine Allegorie auf den faschismus, nur subtiler und differenzierter. Ähnlich zur Novelle Andorra wird der Protagonist in eine Rolle gedrängt, aus der er sich aber - im gegensatz zur Novelle - stoisch mit eigener Kraft irgendwie zu retten vermag - oder etwa doch nicht?

Die Jagd macht auch nicht den Fehler, zu moralisch zu sein oder irgendwen als astreinen Bösewicht auszumachen, dazu ist der Film einfach zu reif, das ist die gesichtslose Menge, die sich schon ein Urteil gebildet hat. Selbst das Mädchen wird zwar als kleiner Lolita-Verschnitt präsentiert, aber nie als böse dargestellt, sie gerät in dieser Erwachsenenwelt zwar auch irgendwie zwischen die Fronten, aber zum Glück - und das muss ganz klar gesagt werden - nie zwischen die Mühlen.

Und wo man beim Fest fassungslos einfach weiter schaute bis zum bitteren Ende erwischt man sich bei der Jagd immer wieder bei Gedanken wie "Was hättest du getan?"

Und die Antwort fällt sehr erschreckend aus: "Zum Schutze deines Kindes bist du einfach bereit ihm zu glauben und ein fremdes Leben zu zerstören, als den Fehler zu begehen, deinem Kind nicht zu glauben, und sich dann Jahre später heraus stellt, dass da doch was war!"

Wie schon angedeutet bilden beide Filme aber eine Einheit und Die Jagd macht auch in erster Linie da weiter, wo das fest aufhörte. So ist immer noch ein sozialer Kommentar aus beiden Filme ableitbar: Der Patriarch im Fest ist unantastbar, weil stinkreich und noch voll im Saft, es scheint gewisse Abhängigkeiten zu geben, so dass die Leute (inkl. dem Bruder des Protagonisten) einfach mal alle Anschuldigungen überhören. Der Fall des Monsters resultiert letztendlich aus Innen heraus, als die Hunde des Faschismus ihre eigenen Herren fressen. Der Kindergärtner in der Jagd ist ein Eigenbrötler, von dem niemand abhängig ist, selbst sein Sohn lebt bei der Ex-Frau, und der am rande des Existenzminimum lebt. Da ist es ein Einfaches, diesen Nichtsnutz zu opfern. Im Grunde genommen ist beides eine Einheit.

Das Fest ist ein Schalg in die Magengrube in innovativer Verpackung: 8 Punkte

Die Jagd ist eine kontemplative Weiterführung derselben Themen, oberflächlich eine Antithese, aber im Grunde genommen das Pferd nur von hinten aufgezäumt: 8 Punkte

Und beiden Filmen ist gemein: Zuhören, aber richtig... und Konsequenzen, aber die richtigen

Die Jagd Bewertung
Bewertung des Films
810
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24 Kommentare
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luhp92 : : BOTman Begins
15.11.2018 18:55 Uhr | Editiert am 15.11.2018 - 18:55 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.431 | Reviews: 142 | Hüte: 332

@sublim77
Danke für das Lob smile

Falls du dir eine harmlosere Variante von "Das Fest" ansehen möchtest, kann ich dir den ersten Handlungsabschnitt von Lars von Triers "Melancholia" empfehlen. Anstatt um einen Geburtstag geht es da um eine Hochzeit (die Braut: Kirsten Dunst), in beiden Fällen werden aber die dunklen Seiten solcher Gesellschaften beleuchtet.

@MobyDick
Mir bereitet das Diskutieren mit dir und Silencio auch sehr viel Spaß. Und als Jungspund erfreue ich mich tatsächlich immer wieder an Eurem breit gefächerten Filmwissen und profitiere davon^^

@Silencio
Da müsste ich mir "Only God Forgives" noch einmal ansehen, um darauf vernünftig einzugehen. Das reizt mich momentan allerdings überhaupt nicht.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Silencio : : Moviejones-Fan
15.11.2018 16:13 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 899 | Reviews: 41 | Hüte: 71

luhp:

Diese These würde bedeuten, dass style over substance nur in einer Fassung bestehen könnte (nämlich dem Spektakelkino Marke Bay/Snyder). Das ist aber, da sind wir uns hoffentlich einig.

"Gefühle und Emotionen werden über das Farbspiel zum Ausdruck gebracht und Dialog geschieht durch die Hände. Wenn Gosling mit seinem Samuraischwert hantiert, möchte Refn damit u.A. etwas Sexuelles zum Ausdruck bringen [...] "

Seinen Ödipuskomplex drückt Refn dadurch aus, dass er Gosling dem Begehren der Mutter (hier: Rache) nicht standhalten lässt. Dementsprechend ist die von dir angesprochene Szene (die im Spoiler) auch allenfalls ein Beenden des selbigen (und damit eine Rückkehr unter das Gesetz des Vaters - die ihm aber verwehrt bleibt). Nochmal: ich verstehe die Symbole durchaus, sie addieren sich nur nicht zu einer vernünftigen Aussage.

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MobyDick : : Moviejones-Fan
14.11.2018 15:42 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

sublim77:

Danke dass du dir die Kritik dennoch durchgelesen hast und für den Hut :-)

Wie gesagt, das Fest würde ich aus heutiger Sicht auch kein zweites Mal mehr schauen, dafür ist er mir doch zu unbequem, aber das Fest kann man im Grunde genommen auch so mal schauen, trotz des schwierigen Themas. Aber wie du schon sagtest, wahrscheinlich ist beides nichts für dich.

Bezüglich der Diskussionen mit silencio und luhp: Da macht es schon wirklich Spass, die jeweiligen Ansichten zu sehen, zumal silencio in meinen Augen wirklich ein sehr umfassendes Wissen hat, was mich auch immer wieder überrascht, da ich eigentlich der Meinung bin, selbst schon ein Monsterfreak zu sein, und eigentlich viel zu viel unnützes Wissen habe, aber dann kommt silencio um die Ecke. Und bei luhp ist es einfach schön, einen Jungspund zu sehen, der sich da hart rein arbeitet wink Dass da Diskussionen zu sehr kopflastig werden und sich teilweise immer wieder im Kreis drehen, was solls ?

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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sublim77 : : Rattle Head
14.11.2018 10:47 Uhr | Editiert am 14.11.2018 - 11:22 Uhr
0
Dabei seit: 18.12.15 | Posts: 3.709 | Reviews: 29 | Hüte: 275

@MobyDick:

Wie üblich schreibst du hier eine sehr analytische Kritik. Du gehst sehr in die Tiefe deiner Analyse zu Psyche und Gesellschaft. Dafür einen Hut. Oft komme ich mir bei den Diskussionen zwischen Silencio und dir (auch luhp92) vor wie ein Grundschüler. Ihr philosophiert auf eine Art über Filme, bei der ich oft das Gefühl habe den Fanden zu verlieren oder sogar nicht mithalten zu können. Meine Art an Filme oder besser deren Analyse heranzugehen, ist sehr viel emotionaler und auch subjektiver. Nichtsdestotrotz, will ich hier kurz meinen Senf zu deiner Kritik geben.

Sowohl Das Fest, als auch Die Jagt, sind Filme die ich mir nie ansehen würde. Mich machen solche Filme depressiv oder auch aggressiv, je nachdem. Vor allem weil ich auch ein Vater bin, weiss ich, dass es mir selbst sehr schwer fallen würde, rationale und vernünftige Entscheidungen zu treffen, wenn meinem Kind etwas derartiges widerfahren würde. Ich bin (wie ja allgemein bekannt sein dürfte) jemand der Filme sehen will, die einem ein gutes Gefühl vermitteln. Das Leben ist oft schwer genug, weshalb es Dramen, vor allem mit solchen Themen, bei mir schwer haben. Dennoch fand ich es interessant deine Kritik zum Film, bzw den Filmen, zu lesen.

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

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luhp92 : : BOTman Begins
14.11.2018 00:58 Uhr | Editiert am 14.11.2018 - 00:59 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.431 | Reviews: 142 | Hüte: 332

@Silencio

Nein, Style over Substance ist es, wenn zum Beispiel Michael Bay, Zack Snyder oder Mel Gibson ihre visuellen und actiontechnischen Fertigkeiten in den Fokus rücken und dafür den Inhalt verkümmern lassen. Im Fall von Refn verhält es sich da allerdings wie folgt: Style = Substance.

"Der Witz bei Symbolen ist aber, dass sie im Dienste eines höheren Ausdrucks (meinetwegen auch: Kontextes) stehen müssen, damit ihnen ein Gehalt zukommt."

Das ist in "Fear X", "Valhalla Rising" und insbesondere "Only God Forgives" ja sehr Fall, auf den ich im im Folgenden beziehe. Gefühle und Emotionen werden über das Farbspiel zum Ausdruck gebracht und Dialog geschieht durch die Hände. Wenn Gosling mit seinem Samuraischwert hantiert, möchte Refn damit u.A. etwas Sexuelles zum Ausdruck bringen, z.B. seinen Ödipuskomplex, wenn er gegen Ende seine Mutter mit dem Schwert ersticht.

"was ist das Ziel von „Neon Demon“?"

Da kannst du dir am besten meine Analyse durchlesen.

http://turftidenewfoundlands.com/kritiken/the-neon-demon-kritik-4407.html

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Silencio : : Moviejones-Fan
13.11.2018 13:12 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 899 | Reviews: 41 | Hüte: 71

luhp:

Mit dem letzten Satz im ersten Absatz hast du eine wunderbare Definition von „Style over Substance“ abgeliefert.

Dass der Film voll von Symbolen ist (mein „zwei, drei Symbole“ dementsprechend überspitzt), geschenkt. Der Witz bei Symbolen ist aber, dass sie im Dienste eines höheren Ausdrucks (meinetwegen auch: Kontextes) stehen müssen, damit ihnen ein Gehalt zukommt. Ich kann ein Lamm neben ein Kreuz stellen, hab damit schön zwei christliche Symbole benutzt, die aber im Grunde außer „Schau, Jesus!“ nichts aussagen - ist das jetzt große Kunst? Hat das irgendeine Bedeutung? Symbole um der Symbole Willen verkommt zur leeren Phrasendrescherei. Ambivalenz hin und her, aber die muss man schon auf eine Art machen, dass auch die etwas bedeutet...

Der Lynch hätte einen „Neon Demon“-ähnlichen Film drehen können (der schafft Abstraktion übrigens ganz toll, ohne in die Bedeutungslosigkeit abzudriften), genauso wie die „Starry Eyes“-Leute (der ja Schauspiel zum Thema hat und damit in gewisser Weise Model-affin ist) das auch gekonnt hätten. Gerade weil es da um FOTO-Models geht, liegt auch der Bezug zum Filmschaffenden übrigens auf der Hand. ;)

Mal andersherum: was ist das Ziel von „Neon Demon“? Was ist seine große Aussage? Und da dann bitte ein bisschen mehr als „Leistungsdruck“ und „Konkurrenzdruck“. ;)

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luhp92 : : BOTman Begins
13.11.2018 12:31 Uhr | Editiert am 13.11.2018 - 12:33 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.431 | Reviews: 142 | Hüte: 332

@Silencio
Es sind ja nicht nur zwei, drei Symbole, "Only God Forgives" besteht nur aus Symbolen und der Form. Salopp gesagt: Wenn du die Form wegnimmst, ist der Film weg.

Mit "The Neon Demon" kommt er meiner Meinung nach sehr wohl ans Ziel, zumal mir auch kein Regisseur einfiele, der einen Film über das Modelbusiness so hätte drehen können wie Refn.

@MobyDick
Im Bezug auf die Pusher-Trilogie, deswegen schrieb ich ja "aktuell" wink

"Bronson" kenne ich, zähle ich aber zu Refn schwächeren Werken. Der Film ist ja sehr ähnlich gelagert wie Kubricks "A Clockwork Orange", mir fehlte da aber eine Kritik am kriminellen und gewalttätigen Verhalten des Protagonisten. Tom Hardy spielt abseits davon selbstredend überragend.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
13.11.2018 11:41 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

luhp:

Ohne die Pusher Trilogie oder Bronson zu nennen/kennen, kann man meines Erachtens keine Topliste bzgl Refn haben, die solltest du nachholen wink

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
12.11.2018 21:06 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 899 | Reviews: 41 | Hüte: 71

luhp:

Du, wie man Filme guckt, das weiß ich schon. Und ich komm auch ganz gut mit abstraktem zurecht...

Ein paar halbherzige Symbole in seinen Film zu packen, macht aber eben noch keine tiefergehende Sache daraus. Die Kunst an der Kunst ist doch, damit dann auch was zu machen. Anderenfalls könnte ja jeder kommen, zwei, drei Symbole in seinen Film packen und dann sagen, er hätte da was ganz deepes geschaffen. Mir ist schon klar, wohin der Refn in seinen letzten beiden Filmen möchte (er ist da auch nicht so subtil, um ganz ehrlich zu sein), er kommt nur nicht ans Ziel...

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luhp92 : : BOTman Begins
12.11.2018 20:53 Uhr | Editiert am 12.11.2018 - 20:56 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.431 | Reviews: 142 | Hüte: 332

@Silencio

Lars von Trier ist sicherlich ein größerer Name als Thomas Vinterberg, aber bezogen auf die Dogma-Filme läuft Vinterbergs "Das Fest" Von Triers "Idioten" klar den Rang ab. Aber gut, auf den Kompromiss können wir uns einigen^^


Gerade in "Only God Forgives" steckt ziemlich viel Inhalt, man muss nur wissen, wie man solche Refn-Filme schauen muss. OFG transportiert seinen Inhalt rein über die Form - das Farbenspiel und diverse Symboliken wie z.B. die Hände als Äquivalent des verbalen Dialogs. Über die Qualität des Inhalts lässt sich dann natürlich streiten.

Meine Top 3 bilden da aktuell "Drive", "Walhalla Rising" und "The Neon Demon".
Mir fehlen aber noch die "Pusher"-Trilogie und "Bleeder".


Die Theorie bitte nicht zu ernst nehmen, das war ein Comedy-Review (ein Telefonat zwischen Refn und Gaspar Noe) eines etwas enttäuschten "Drive"-Fans, welches ich damals zu OFG gelesen habe. Ich fand es halt witzig und im Bezug auf Nolan ist ja durchaus etwas Wahres dran. Drei Superheldenfilme und danach blieb er im Blockbusterbereich, stets begleitet von Hans Zimmer.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
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Silencio : : Moviejones-Fan
12.11.2018 18:09 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 899 | Reviews: 41 | Hüte: 71

Moby:

Ja, wobei ich da einzig die Aussage, "Drive" sei ein Remake des Hill Films (die ich öfter schon gelesen habe) für wirklich falsch halte. Dass man da ein paar Parallelen ziehen kann, denke ich aber schon. Gerade weil das so ein Barebones-Autofahrfilm ist (eigentlich ist der ja sogar NOCH simpler als Refns Film), fällt der Vergleich schon leicht. Dazu der bei beiden recht stilisierte Look...

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Silencio : : Moviejones-Fan
12.11.2018 18:04 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 899 | Reviews: 41 | Hüte: 71

luhp:

Joa, aber die Dogma-Bewegung ist ja selber nur eine recht kleine (und da wäre der von Trier ja DER große Name), deswegen find ich Klassiker (so ein Film mit absoluter Allgemeingültigkeit und so) ein bisschen viel. Klassiker des dänischen Kinos oder des Dogma-Films wäre ich aber bereit als Kompromiss anzunehmen. ;)

Sonst: "Fear X" hab ich mal unterschlagen, der ist ja eher ein Ausreißer in der Schaffensperiode, aber im Grunde liegst du da richtig. Mit Post-"Drive"-Refn hab ich halt das Problem, dass seine Filme durchaus Themen und Ideen haben, die aber kaum ausformuliert werden. Kurz: mal eben "PHILOSOPHIE!" in den Raum rufen und was wirklich interessantes zu sagen, das sind unterschiedliche Dinge. Das mag für stimmungsvolle Filme sorgen (wobei "Only God Forgives" halt ziemlich beschissen aussieht und die kontemplative Stimmung nicht darüber hinwegtäuscht, dass da nicht viel hintersteckt...), aber eben für keine guten.

Die Theorie halte ich übrigens für recht verkehrt - niemand würde den Refn zwingen, der nächste Nolan zu werden, wenn er "Batman 12: die Rückkehr des Kite Man" nicht drehen will, muss er das nicht. Und man darf dann halt mal fragen, warum er sich vor Jahren dauernd für "Wonder Woman" mit Christina Hendricks in der Hauptrolle ins Gespräch gebracht hat.

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luhp92 : : BOTman Begins
12.11.2018 17:44 Uhr | Editiert am 12.11.2018 - 17:47 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.431 | Reviews: 142 | Hüte: 332

@Silencio
"Das Fest" ist zumindest ein Klassiker des dänischen Kinos sowie des Dogma-Films und einer der ersten Filme, die einem da empfohlen werden. Und bei mittlerweile 20 Jahren auf dem Buckel kann den durchaus schon als Klassiker bezeichnen^^


@Nicolas Winding Refn

Er hat ja nur zwei Filme mit Gosling gedreht und "Drive" ist mit Abstand sein beliebtester und zugänglister bzw. mainstreamigstser Film. Was man von "Walhalla Rising" mit Mikkelsen aber natürlich auch von "Only God Forgives" mit Gosling nicht behaupten kann. Einer amüsanten Fantheorie nach, die ich mal gelesen habe, hat er OGF gedreht, um nach "Drive" nicht wie Nolan als Blockbuster-Regisseur zu enden^^

"dass sich Refns Filme beim Wechsel von Mikkelsen zu Gosling arg geändert haben."

Diesen "Gosling-Stil" etablierte NWR für sich aber schon mit seinem dritten Film "Fear X" (mit John Turturro in der Hauptrolle) im Jahr 2003 und das war noch vor den "Pusher"-Fortsetzungen und "Walhalla Rising".

Ich finde seine Filme nach wie vor faszinierend, auch wenn ich mir Werke wie "Only God Forgives" sicherlich nicht mehrmals ansehen muss. "The Neon Demon" war für mich aber schon mehr als nur ein langes Musikvideo - ein toller Kommentar zur Kunst und Künstlichkeit im Model- bzw. Modebusiness sowie zum Wesen natürlicher Schönheit.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
12.11.2018 17:35 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 3.182 | Reviews: 30 | Hüte: 184

Jep, den Driver hatte ich mir verkniffen, da er ja meistens als nicht ganz korrekter Vergleich herhält. Schade, was so ca. nach Ausgelöscht (dem einzig wahren Remake von Wild Bunch) aus Hill geworden ist

Dünyayi Kurtaran Adam
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Silencio : : Moviejones-Fan
12.11.2018 17:18 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 899 | Reviews: 41 | Hüte: 71

Moby:

Joa, "Thief" mit Hills "Driver" gekreuzt. Und dem superprallen Soundtrack - der leider diese ganze Synth- und Retrowave-Nachahmer nach sich gezogen hat.

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