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Assassination Nation

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Bigotterie 2.0

Assassination Nation Kritik

Assassination Nation Kritik
0 Kommentare - 30.10.2018 von Moviejones
Wir haben uns "Assassination Nation" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Assassination Nation

Bewertung: 3.5 / 5

Assassination Nation hält der Gesellschaft schonungslos einen Spiegel vors Gesicht, und ob man es mag oder nicht, so manche Aussage im Film ist mehr als treffend. Wer nicht davor scheut, den Finger in die Wunde gelegt zu bekommen, wird einen immer wieder spannenden Exploitationfilm erleben, der zwar nicht rund ist und seine Kernaussage nicht auf den Punkt bringt, filmisch aber den Zustand unserer Welt mehr als treffend erfasst und schon deswegen interessant ist anzuschauen.

Assassination Nation Kritik

Sie sind jung, sie sind hip und sie sind beste Freundinnen! Lily (), Bex (), Sarah () und Em (Abra) leben in ihrer verschlafenen Kleinstadt Salem das typische Leben von Teenagern. Salem, fast schon ein Vorzeigeort mit so rechtschaffenen Bürgern, könnte an Spießigkeit kaum mehr zu überbieten sein. Doch hinter der Fassade lauert mehr, denn der äußere Schein trügt und jeder Mensch hat ein Geheimnis, welches er mit der Öffentlichkeit nicht teilen will. Die Stimmung in Salem kippt, als ein Unbekannter die Handys und Computer von Einwohnern der Stadt hackt und öffentlich macht. Was anfangs lustig ist und nur Politiker und Lehrer trifft, nimmt auf einmal ungeahnte Ausmaße an und plötzlich steckt auch Lily mit ihren Freundinnen mittendrin in dem Schlamassel. Aus unerklärlichen Gründen wird sie für die Hacks verantwortlich gemacht und der inzwischen aufgestachelte Lynchmob will Blut sehen...

Mädchen im Zentrum, eine Stadt in Aufruhr und als Schauplatz Salem. Ganz kann sich Assassination Nation nicht vom Eindruck befreien, von Die Hexen von Salem inspiriert worden zu sein. Die thematische Ausrichtung ist dann zwar gänzlich anders, aber die Parallelen sind durchaus gewollt, denn was Regisseur Sam Levinson zeigen will, ist die Verlogenheit und Doppelmoral unserer Gesellschaft.

Als Exploitationfilm verpackt er einen Thriller, der uns den Spiegel unserer digitalen Gesellschaft vorhält. Wie würden wir reagieren, wenn wir alle Geheimnisse unserer Mitmenschen kennen würden? Was wäre, wenn unsere Geheimnisse ans Licht kommen? Wie reagiert die "Schwarmintelligenz" auf Dinge, die für uns ganz normal sind, andere aber empört? Einige Auswüchse von meToo und so manchem Shitstorm vergangener Jahre lassen grüßen, denn eine Gruppe von Dauerempörten ist nie weit, die in "gutgemeinter missionarischer Absicht" andere bekehren wollen. Dass sie selbst dabei nur pathologisch-radikale Elemente sind, welche die Gesellschaft kaputtmachen, wird ihnen gar nicht bewusst.

Leider ist gegen Ende nicht ganz klar, was nun die finale Aussage von Assassination Nation sein soll. Die Bildsprache zeigt hingegen ein eindeutiges Bild und reduziert den Inhalt stark auf einen typischen Geschlechterkampf. Dort die unterdrückte Frau, da der gewaltbereite Mann. Frauen, die in Rollen gepresst werden, Männer, die sie dazu zwingen. Viel spannender als diese plakativen Aussagen sind aber andere Elemente des Films, nämlich die Doppelmoral und heuchlerische Lebensweise vieler Menschen. Die Manipulation der Massen und die Macht der Technik. Es braucht nicht viel, um eine funktionierende Gesellschaft zu zerstören, alles was es braucht, ist ein Gefühl der Überlegenheit, dass Spiel mit der Empörung und den Gefühlen, letztlich nur, um die eigenen niederen Zwecke zu legitimieren.

Man kommt bei Assassination Nation nicht umhin, darüber nachzudenken, was in unserer Welt momentan alles so schiefläuft. Dabei legt der Film auf diese Elemente nicht einmal den Fokus, aber irgendwie hängt alles zusammen. Das Empörtsein, das moralische Überlegenheitsgefühl, meToo, Internetaufschreie und was es nicht alles gibt. Jene Kräfte, die Donald Trump an die Macht verhalfen, lauern hier unter der Oberfläche. Es sind genau die gesellschaftlichen Strömungen am Werk und es werden die Menschen beschrieben, die radikalen Bauernfängern wie Pegida und AfD zum Aufschwung verhelfen. Hinterher, wenn alles wie in Salem den Bach runtergegangen ist, will niemand dafür verantwortlich gewesen sein. Aber wir alle sind irgendwie Teil von Salem, Teil dieser abstrusen, blutigen und oft verstörenden Welt.

Assassination Nation Bewertung
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710
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