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Star Wars - Eine schwierige Liebe

MovieSentai | 05.11.2018
1999 kam Episode 1 und Matrix in die Kinos. Beide Filme prägten mich nachhaltig. Wärend The Matrix mich zu einem Filmfan machte, schaffte Ep1 es lediglich mich auf eine viel größere Sache aufmerksam zu machen. Star Wars selbst konnte micht erst ferner nach Sichtung der OT btw EpIII vollends begeistern und in seinen Bann ziehen. Schaue ich mir TFM heute an, bin ich Dankbar das ... weiterlesen

1999 kam Episode 1 und Matrix in die Kinos. Beide Filme prägten mich nachhaltig. Wärend The Matrix mich zu einem Filmfan machte, schaffte Ep1 es lediglich mich auf eine viel größere Sache aufmerksam zu machen. Star Wars selbst konnte micht erst ferner nach Sichtung der OT btw EpIII vollends begeistern und in seinen Bann ziehen. Schaue ich mir TFM heute an, bin ich Dankbar das ich damals noch jung an Jahren und in Sachen Film noch grün hinter den Ohren war, so dass mich dieses Machwerk nicht für SW abschreckte.

Welche Teile in der Welt von Star Wars die besten oder schlechtesten sind? Kanon oder Legends? Diese und Andere "lebenswichtige" Fragen spalten selbst die Fans und sorgen regelmäßig für hitzige Diskussionen. Ich verspüre das Bedürfniss einen Platz für einen freiwillgen aber konstruktiven Diskurs in Sachen Star Wars hier auf MJ zu schaffen. Gerade um jene zu schonen die mit dieser schier endlosen Debatte nichts mehr am Hut haben wollen.

Aktuelles Thema: Was läuft denn nun eigentlich schief bei Star Wars?

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37 Kommentare
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MovieSentai : : Moviejones-Fan
05.11.2018 16:50 Uhr | Editiert am 05.11.2018 - 17:23 Uhr
0
Dabei seit: 24.10.18 | Posts: 80 | Reviews: 0 | Hüte: 1

Das erste was ich mit Star Wars Assoziiere sind die Stormtrooper. Ihre Aufgabe in diesem Universum. Ihr Geschichte. Selbst Ihre Fehlbarkeit in allen Belangen macht sie für mich ungemein Sympathisch. Treffen können sie nur selten. Und so richtig kämpfen wohl auch nicht wirklich. Wer sind diese Typen? Was machen sie nach dem Feierabend? Über was unterhalten Sich sich in Dienstpausen? Ich freue mich immer am meisten, wenn die Kübelköpfe ihre Sreentime bekommen. Für mich war es nie die Skywalker Saga die mich zum Fan machte. Noch die Fede zwischen Jedi und Sith. Irgendwie war es das drumherum. Und eben da sehe ich auch das größte Problem. Man schießt sich doch etwas zu sehr auf die großen Nummern ein. Gleich von anfang an fährt man die größten Geschütze auf. Man möchte gleich auf die große Erfolgsgeschichte der OT aufspringen.

Finn war meine große Hoffnung, dass etwas so beiläufiges wie die Stormtrooper an Bedeutung gewinnen. Denn siehe da... ein Stormtrooper nimmt doch tatsächlich seinen Helm ab. Bekommt ein Gesicht. Was passiert? Rian Johnson verhaut es. Finn wird nicht nur relativ unwichtig, sondern versinkt in Charakterbrei des 8ten Teils. Vergessen ist das Trauma das Finn auf Jakku erlitt. Bunt ist das Dasein und granatenstark in den Reihen des Wiederstands. Meckern auf hohem Niveau? Ja! Aber! Gibt es nicht auch genug am Rand zu erzählen? Warum gleich wieder eine neue Trilogie aufziehen, wenn man ersteinmal einen einzigen guten Film produziert und dann erts weiter schaut.

RO war dagegen einfach suuuper. Das Konzept war klasse und die Geschichte in sich zuende erzählt. Es ging einfach auf! Genau so würde ich mir eine erfolgreiche Zukunft für Star Wars vorstellen. Weg von geplanten Dreiteilern. Hin zu besser Konstruierte Einzelfilme die unter Umständen bzw Teilweise ineinandergreifen. Ein wenig wie das MCU? Ja... ein wenig. Sry... aber das MCU funktioniert halt prächtig.

Na klar hätte auch die ST funktionieren können. Hat sie aber nicht. Nun stehen wir vor Ep9 und hoffen das am Ende alles wieder gut wird und das Leben wieder ein Sinn hat...cry

Ich drücke die Daumen. Noch bin ich ein Fan von J.J. NOCH!

Ansonsten bin ich sehr gespannt auf "The Mandalorian"!

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Optimus13 : : Moviejones-Fan
05.11.2018 17:50 Uhr
1
Dabei seit: 09.08.16 | Posts: 720 | Reviews: 2 | Hüte: 35

Fangen wir mal mit dem an, was meiner Meinung nach richtig läuft:

Wir bekommen wieder regelmäßig Star Wars und deshalb sollte auch für jeden was dabei sein, was ihm gefällt. The Clone Wars kommt zurück, was mich äußerst glücklich macht. Auch auf The Mandalorian freue ich mich und bin sehr gespannt.

Was für mich dagegen falsch läuft:

Die Sequel Trilogie hat kein Konzept. Rian Johnson hat mich TLJ fast alles über den Haufen geworfen, was JJ angefangen hat. Ich bin kein Fan von TFA, aber darauf hätte man gut aufbauen können. Darüber, dass ich die beiden Filme nicht wirklich als Teil der Reihe annehmen kann, will ich hier nicht wieder ausführen, denn das habe ich eh schon zu oft gemacht.

Das Konzept der Spin-Offs: Grundsätzlich eine gute Idee, aber die Ausführung lässt bis jetzt zu wünschen übrig. Rogue One fand ich abgesehen vom Schluss ziemlich langweilig und ich konnte keine Bindung zu den Figuren aufbauen. Solo hat mir da sehr viel besser gefallen, aber auch der hatte von vornherein das Problem, dass viele Fans den Film einfach nicht wollten.

Außderdem: Disneys Führung. Kathleen Kennedy und vor allem Rian Johnson haben es sich durch gewisse Äußerungen mit vielen Fans verscherzt, da hätte was von oben kommen müssen. Zudem haben TFA, Rogue One und TLJ zusammen über 4 Mrd. eingespielt. Mit Solo ist ein Film gefloppt, und Disney wirft gleich alles über den Haufen. Dass man sich jetzt mehr Zeit lässt, ist zwar positiv, wirkt aber wie eine Panikreaktion und wenig souverän vom reichsten, erfolgreichsten und verwöhntesten Filmkonzern, den es gibt.

Ich habe fertig. wink

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luhp92 : : BOTman Begins
06.11.2018 00:55 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.419 | Reviews: 142 | Hüte: 332

Da ich bisher alle acht Episoden mochte, läuft aus meiner Sicht nicht allzu viel schief.
Die Prequels mochte ich schon immer (9/10), die sechs Lucas-Filme müsste ich aber mal rewatchen, die habe ich schon ewig nicht mehr gesehen. Am liebsten würde ich das dann mit einer Sichtung der Serie "The Clone Wars" kombinieren. "The Force Awakens" hat ein paar deutliche Schwächen, aber mit denen kann ich seit der Zweitsichtung leben (7/10). "The Last Jedi" (runterscrollen) hat auch manche Schwächen, Rian Johnsons Vision und radikale Neuauslegung der "Star Wars"-Hauptstory gefiel mir aber außerordentlich gut (8/10). Letztendlich atmen alle acht Filme aber die typische "Star Wars"-Atmosphäre und bieten einen hochwertigen Inhalt an.

Mit den Spin-Offs sieht es etwas anders aus. "Rogue One" gefiel mit nicht (4-5/10), da hier aber noch ein Rewatch aussteht, möchte ich mich da nicht endgültig festlegen. "Solo" (runterscrollen) fand ich ok (6/10), ein guter Unterhaltungsfilm, nicht mehr und nicht weniger, auch das darf "Star Wars" mal sein. Ärgerlich ist hier nur die stilistisch unausgegorene erste Hälfte, die zwischen Drama und Komödie hin und her pendelt.

Wenn für mich aber etwas schief läuft, dann ist es das bisherige Festhalten am Zeitraum und Inhalt rundum die OT, dieses sollte man finde ich nach Episode IX und dem eventuellen Kenobi-SpinOff endlich mal hinter sich lassen. Dahingehend hege ich die Hoffnung, dass die geplanten Trilogien von Rian Johnson sowie von Weiss & Benioff in diese Richtung gehen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MovieSentai : : Moviejones-Fan
06.11.2018 14:35 Uhr
0
Dabei seit: 24.10.18 | Posts: 80 | Reviews: 0 | Hüte: 1

"Letztendlich atmen alle acht Filme aber die typische "Star Wars"-Atmosphäre und bieten einen hochwertigen Inhalt an" - luhp9

Schön geschrieben! Genau das ist der Grund, warum eben alle Teile trotz meiner Kritik in meinen Regal stehen (auch die Spin-Offs). Atmosphäre! So einmalig wie kaum eine andere.

Man stelle sich eine Stormtrooper-Serie im Stile von Band of Brothers vor. In der die Protagonisten zwischen Auftrag und Moral stehen. Ach wäre das schön.

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MrBond : : Moviejones-Fan
06.11.2018 15:54 Uhr | Editiert am 06.11.2018 - 15:58 Uhr
4
Dabei seit: 03.12.14 | Posts: 2.591 | Reviews: 19 | Hüte: 350

Prolog:

Zunächst mal gibt es die "bedingungslose Liebe" sowieso nicht, oder zumindest nur sehr selten. Man sagt ja häufig, dass Beziehungen durch kleine Streitereien wachsen... okay, bei gröberen Kriesen kann auch schon mal eine Ehe zu Bruch gehen. Umgemünzt auf Star Wars, lässt sich die Überschrift "Eine schwierige Liebe" in neuem bzw. anderem Licht betrachten.

Hauptteil:

In der Theorie hat mein Text oben natürlich Bestand. Was mich persönlich betrifft, so muss ich relativieren. Erstmal - das habe ich schon das ein, oder andere Mal geschrieben - ist es extrem wichtig, was für ein Jahrgang man ist, und noch wichtiger, wen man als Eltern hat ^^. Die Eltern können die Liebesgeschichte zumindest zu gewissen Teilen beeinflussen.

Ich bin mit der Original Trilogie aufgewachsen. Damit wurden bei mir die Weichen gestellt. Meine große Liebe gilt der Original Trilogie. Ich streite dabei nicht ab, dass hier "Gefühle" eine ganz besondere Rolle spielen. Kinder/Jugendliche sehen Filme mit ganz anderen Augen. Für die "Magie" in einem Film ist man als Kind noch viel empfänglicher, als ein Erwachsener. Man neigt dazu, viel tiefer in die Geschichte einzutauchen - Teil der Geschichte zu werden. Als Kind war der nächste Schritt - nach einem solchen Film - die Legokiste. Raumschiffe wurden gebaut (die zwar nicht im Ansatz wie jene aus den Film aussahen, aber die Fantasie tat ihr übriges, um ein stimmiges Bild zu vermitteln) und die Abenteuer der Helden, Luke Skywalker, Han Solo, Lando Calrissian (Leia kam bei uns Jungs nie vor ^^) wurden nachgespielt und neue Geschichten erfunden. Eine Art und Weise, wie sie nur Kinder in der Lage sind Erfahrungen und Eindrücke zu verarbeiten.

Aus diesem Gesichtspunkt heraus hatte, nach der Original Trilogie, nie wieder ein weiterer Film im Star Wars Universum überhaupt die Chance, die selben Eindrücke zu hinterlassen, wie jene aus der Kindheit. Als Episode 1 ins Kino kam, war ich bereits 22 Jahre alt. Hätte ich jene Filme der Prequel Trilogie mit Kinderaugen zu Gesicht bekommen, wäre es vielleicht anders, aber so konnte für mich nie diese Magie der alten Filme überspringen. So sehe ich gerade Episode 1 als einer der schlimmsten Beiträge, die das Franchise hervorgebracht hatte. Die Gründe sind mannigfaltig. Ich mochte den Jar Jar Binks- und Kampfdroiden-Humor nicht. Ich mochte Jake Lloyd nicht - insbesondere fand ich die Idee doof, die Geschichte Anakins in Kindesalter zu beginnen. Ich mochte das Design der Raumschiffe nicht. Ich mochte die Jungfrauengeburt nicht. Ich mochte die Midi-Chlorianer nicht... die Liste der Kritikpunkte ist lang. Mit Episode 2 und 3 konnte mein Unmut wieder etwas abgefedert werden, aber letztendlich sehe ich die Prequel-Trilogie mit reinem Kritiker-Auge. Es ist klar, dass die Original Trilogie rein objektiv genauso streitbar ist, aber, wie oben geschrieben, hat sie, für mich, den Magie-Bonus - und der ist überwältigend groß.

Zusammen mit @Sully habe ich vor einem Jahr versucht zu ergründen, was diese Magie ausmacht. Unser Bericht dazu ist beinahe wissenschaftlich objektiv - obwohl wir von Magie sprechen, ist es wohl schwierig, alles so nachvollziehen zu können, wenn man es nicht selbst erlebt hat. An dieser Stelle einmal mehr die Werbung für unser Special.

An dieser Stelle kommen die oben erwähnten Eltern ins Spiel. Ich muss gestehen, dass ich da ein bisschen egoistisch bin - man mag mir gerne Verblendung vorwerfen - aber ich möchte, dass meine Kinder die gleiche Erfahrung machen, wie ich sie damals machte. Daher wird bei uns zuhause nicht mit der eigentlich richtigen Reihenfolge begonnen, sondern mit den einzig wahren Star Wars Filmen, und zwar den Episoden 4, 5 und 6.

Zurück zu "Problem-Liebe": Es ist wie mit meinem Faible für die 80er. Wieso stehe ich so auf die 80er? Klar, weil ich da aufgewachsen bin und meine gesamte Kindheit in den 80ern stattfand. Ich verbinde so viele schöne Erinnerungen mit den 80ern, sei es durch Erlebnisse, Filme, oder Musik. Die 80er sind meine Zeit und - abgesehen von all den Dingen, die in den 80ern schiefgelaufen sind - beginne ich in wohligen Erinnerungen zu schwelgen, wenn ich gedanklich zurück in diese Zeit streife. Genau diese Sensoren werden letztlich auch von den Sequel-Filmen bedient. Natürlich können auch diese mich nicht so tief berühren - heutzutage neigt man eben dazu, alles genau zu analysieren und zu bewerten. Die Magie wird man nicht mehr erleben - höchstens eine Signatur der selbigen. Und dieser besondere Tropfen - diese fettgeschriebene Signatur - schwingt in den neuen Filmen mit und öffnet mein Herz für die Geschichten. Ich lasse mich gefangennehmen. Meine Toleranzgrenze steigt und meine Prioritäten werden neu sortiert. Es mag sein, dass vieles "objektiv gesehen" schlecht ist, aber es fühlt sich für mich dennoch richtig an - zumal man (für mein Empfinden) tolle neue Figuren eingeführt hat und - insbesondere in Episode 8 - eine Beziehung zu den Helden aufbaut, die ich seit der Originl Trilogie nicht mehr hatte.

Epilog:

Es ist eben schwer objektiv nachzuvollziehen, warum welche Filme wem gut gefallen. Es gibt viele, die Filme auseinandernehmen, jede Handlung bis ins kleinste beleuchten, irgendwelche versteckten Botschaften suchen und finden... dann gibt es jene, die mit Herz an die Sache rangehen, es gibt unterschiedliche Generationen und Sehgewohnheiten, aber zum Schluss gibt es keine übergeordnete Wertung. Es gibt eben nicht den Film-Almanach, in dem steht, wie es richtig ist und was man gefälligst zu meinen hat. Auch irgendwelche Rotten Tomatoes- oder IMDB-Durchschnittswertungen sagen rein gar nichts über einen Film aus. Denn letztlich hat jeder einen anderen Geschmack, jeder hat unterschiedliche Prioritäten... das Patentrezept für eine glückliche Ehe gibt es nur im "Märchen".

Sehe ich so aus als ob mich das interessiert?!"

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bartacuda : : Mitternächtlicher Haijäger
06.11.2018 16:13 Uhr
3
Dabei seit: 03.03.10 | Posts: 3.989 | Reviews: 0 | Hüte: 257

SW ist für mich keine schwierige Liebe, sondern eine aufrichtige. Es ist nur manchmal eine etwas holprige Beziehung wink

Ich finde nicht, dass bei SW etwas schief läuft. Also nicht generell. Nichts und Niemand kann allen gefallen. Ich lass den Kritikern ihre Kritik, auch wenn ich sie nicht immer nachvollziehen kann und im Umkehrschluss erwarte ich, dass man mir mein Gefallen lässt.

Mein schon öfter genanntes Fazit ist "Ich werde SW immer lieben, was nicht heißt, dass ich alles von SW lieben werde"

Ein wenig Off-topic, aber sublim hat hier mal ein paar persönliche SW geschichten gesammelt

http://turftidenewfoundlands.com/forum/freestyle/706/1/star-wars-und-ich-die-geschichte-zweier-freunde-fuers-leben.html#commentstop

Und hier kopiere ich einfach noch mal meine:

Meine SW Geschichte (kleine Episoden habe ich mit Sicherheit vergessen)

Ein bisschen verschwimmen die Erinnerungen, von daher kann es sein, dass sich der ein o. Fehler im zeitlichen Ablauf eingeschlichen hat. Ein Fix-„Stern“ ist definitiv das Jahr 1983 bzw. 1984 in dem ich mit meinen damals 8/9 Jahren „Die Rückkehr der Jedi Ritter“ im Kino sehen durfte. Was „Krieg der Sterne“ und „Das Imperium schlägt zurück“ (Episoden hatten wir damals noch nicht) angeht, wird’s jetzt schwammig. Von der Logik her würde ich sagen, dass ich diese vorher gesehen habe. Zwar nicht im Kino, aber da wir seit Ende der 70er einen Videorekorder im Haus hatten und in unserer Stadt Anfang der 80er die ersten Videotheken aufkamen, gehe ich von einer Videosichtung im Vorfeld aus. Was damals ganz schön kostspielig war. Die erste Videothek nahm damals noch 150,-DM Kaution pro Film, weil die Verleihrechte so teuer waren. Ich hatte Glück, dass mein Vater eben auch eine Filmleidenschaft hatte. Aber ich schweife ab.
Fakt ist, ich habe Anfang/Mitte der 80er die SW Trilogie zum ersten Mal gesehen und es war um mich geschehen. Stöcke, Regenschirme und bevorzugt Taschenlampen wurden zu Lichtschwertern, Bademäntel zu Jediroben und Schulhofspiele zu Raumschlachten. Ein Junge aus meiner Klasse hatte eine Unmenge an SW Spielfiguren. Aus heutiger Sicht müssen seine Eltern nen Haufen Kohle ausgegeben haben. Aber wie dem auch sei. Da wurden dann natürlich die Filme, die wir im Laufe der Jahre öfter gesehen hatten, nach- und vor allem weitergespielt.
Klar kamen dann auch ruhigere Star Wars Jahre. He Man, Spider Man aber auch Colt Seavers erforderten meine Aufmerksamkeit. Aber im Grunde konnte nichts so richtig gegen SW anstinken. Und Anfang der 90er war es dann soweit. Neues Futter! Die Thrawn Trilogie, meiner Meinung nach immer noch ein Meisterwerk und der Beginn nicht nur meines persönlichen sondern des gesamten SW EU. Und in eben dieses bin ich kopfüber eingetaucht. Neben den neuen/alten, spannenden Abenteuern las ich wie Leia und Han eine Familie gründeten, wie Luke und Mara sich näher kamen und ihrerseits eine Familie gründen, Geschichten wie Han zu dem wurde, der er ist, die komplette X-Wing Reihe und was weiß ich noch alles.

Im Kino war es dann das Jahr 1997 was mein Herz höher schlagen ließ. In der „Großen Star Wars Nacht“ eines kleinen lokalen Kinos gabs die Special Edition in ihrer damaligen Form in einem Rutsch. Erstmals habe ich erlebt wie sich Cosplayer im Kinosaal Lichtschwertduelle lieferten und alle gemeinsam in einer großartigen „Party“ eine gemeinsame Leidenschaft gefeiert haben. Heute würde ich behaupten, dass das wahrscheinlich mein größter SW-moment war. (Sully weiß, dass ich das noch relativieren werde).
Meine EU Ausflüge gingen weiter, langsam traten die Solo-Kinder in den Vordergrund, aber immer begleitet von „der alten Garde“.

Dann kam Episode 1. Und aus dem überwältigenden „JAAA! Ein neuer SW“ wurde nach Sichtung ein „OK!“. Selbstkritisch habe ich mich gefragt, ob ich vielleicht zu alt geworden bin? War SW schon immer so, oder warum fühlt sich das so komisch an? Wir alle kennen diese Diskussion bis heute. Bei allem Verständnis für die Fürsprecher der PT sage ich hier, nicht zu ersten mal, es ist nicht "mein" SW. Die weiteren Episoden relativierten das Ganze ein bisschen und mit E3 kann ich mehr als gut leben. Gesagt habe ich es schon oft, es war zum Einen die Optik, zum Anderen aber auch die Verlagerung der Schwerpunkte die sich für mich befremdlich anfühlten. Diese ausufernden Lichtschwertduelle und überladenen „Action“-szenen waren einfach nicht meins. Aber was solls, ich hatte mein EU und da zeichnete sich mit der 19 teiligen Reihe „Das Erbe der Jedi Ritter“ um die Yuuzhan Vong und den Krieg mit Ihnen ein absolutes SW Highlight ab. Es gab einen Gegner, der mit der Macht nicht greifbar war, für den Schmerz oder Tod nur ein Weg zu etwas Höherem war, der eine Brutalität aufwies, die es zuvor so nicht gab. Zitat Leia: „Die Yuuzhan Vong sind viel schlimmer, als es das Imperium jemals war.“

Es war einfach geil! Hier begann es auch, dass Helden ihr Leben lassen mussten. Ich schäme mich nicht zu erzählen, dass ich Tränen in den Augen hatte, als Chewie bei der Rettung von Hans Jüngstem ums Leben kam. Und in dieser Reihe begann es auch, dass sich die Geschichte mit Hans & Leias Kindern wiederholte.

Oktober 2012! Stephan Raab würde singen „Hier kommt die Maus“ Disney kauft Lucas Ltd und was dazu gehört. Ich kommentierte es damals auf FB mit „Ich weiß nicht, ob ich weinen oder lachen soll“ und das gilt im Grunde bis heute.

Die neuen Filme wurden angekündigt, der alte Cast wieder zusammengetrommelt und ich hab mich tierisch auf die Fortsetzung gefreut. Einher mit dieser Freude ging (nicht nur) für mich die Frage, was ist mit dem EU? Hitzige Diskussionen hier auf MJ („bevorzugt“ mit ArneDias) sind auch ein großer Teil „meiner“ SW Geschichte Die grundsätzliche Frage ob das EU überhaupt Kanon sei, weil sich Lucas ja einen Vorbehalt alles ändern zu können hat einräumen lassen über die Frage, werden u.U. EU Geschichten verfilmt bis hin zu wird das EU u.U. gar ignoriert? Für mich persönlich undenkbar. Warum auch? Setzt doch einfach 30 Jahre später mit neuen Geschichten an, die die alten nicht ignorieren.

Es folgte der Sommer 2013 und ein Erlebnis, was mit meinen Top-SW-Moment aus 1997 mindestens gleichzog. Die SW-Celebration Europe in Essen und das außerordentliche Vergnügen, diesen 3 tägigen Nerd-Gipfel nicht nur zu erleben, sondern ihn auch noch mit der persönlichen Bekanntschaft von unser aller Sully und seiner, damals 12 jährigen, Tochter zu verbinden.
Wir haben hier ja umfangreich berichtet. Es war ein Fest!

Es konnte also (fast) nur noch bergab gehen. Und das ging es. Wie ein Schlag in die Magengrube traf mich die offizielle Meldung „Das SW EU wird in seiner bisherigen Form NICHT Kanon sein, man möchte sich nicht in der Kreativität einschränken lassen, man behalte sich jedoch vor, das ein o. andere Element zu übernehmen.“ „Alle bisher erschienenen Romane, etc laufen jetzt unter SW-Legends“
Boah hab ich gekotzt. Was fällt diesen verfxxxxxx, geldgeilen Wxxxxx eigentlich ein? Über 20 Jahre, irgendwas zw. 150-200 Romane, einen Arsch voll Kohle (ich hab teilw. 30€ für ein gebrauchtes Taschenbuch bezahlt) mein ganzes SW-Herzblut einfach weg! Weg!
Ach ne, wie wurde mir hier auf MJ doch von einer nicht weiter genannten Pappnase erklärt: „Ist ja nicht weg, kannst ja immer noch lesen“. Sorry, aber „Fresse halten Arschloch, wenn man keine Ahnung hat!“

Hat gedauert diesen Brocken zu verdauen. Ich war durch mit Disney und ihren SW Plänen. Mir doch egal was die machen. Ohne mich! … … Aber jeder, der diese Leidenschaft teilt, weiß … So einfach ist das nicht. Denn es ist ja schließlich Star Wars! Und einmal die Hand gereicht, lässt es dich nicht so schnell wieder los.
So nach und nach habe ich meinen Frieden mit dieser Tatsache gemacht. Hab bei meinem Umzug meine Romane in einen Karton verpackt zugeklebt und auf dem Dachboden verstaut. Da stehen sie noch heute und den Weg in mein Regal, werden sie nicht mehr finden. Die letzten Geschichten habe ich nicht einmal mehr gelesen.

Es näherte sich der Dezember 2015 und NATÜRLICH hatte auch ich vor mir und ein paar Jungs Tickets für den ersten Tag zu besorgen. Wie überall brach auch bei mir das Internet zusammen, also ab ins Auto und zum Kino. Mehrere Kassen, mehre Schlangen. Ich an eine, die mir geeignet schien. Vor mir ein Mädel, das sich irgendwann mit Handy in der Hand umdrehte und meinte „geh ruhig vor, ich muss noch was klären“. Bämm! Die Macht war wieder mit mir. Den Tickets einen Schritt näher. Aber ich hatte meine Rechnung ohne den Kerl vor mir gemacht, den ich hier einfach „Diskussions-Klaus“ nennen möchte. Wahrscheinlich direkt von Disney, nur um mein SW Herz zu quälen. Folgender Dialog an der Kasse vor mir:
„6 mal Erwachen der Macht, davon 3 Studenten“ – „Dann bräuchte ich mal die Studentenausweise“ – „Hab ich nicht mit“ – „Sorry, aber die müssen beim Kauf vorgelegt werden“ – „Kann ich die nicht nachreichen?“ – „Nein tut mir leid, später wird das nicht mehr kontrolliert“
Hier könnte eigentlich Schluss sein, wäre es nicht Diskussions-Klaus. Dieses „geht das nicht später? – Nein, sorry!“ wiederholte sich mehrfach und während mir der Schweiß ausbrach, die Schlangen links und rechts immer kürzer wurden und ich nur dachte „Da gehen MEINE! Tickets", hatte sich Klaus entschieden, zähneknirschend 6 reguläre Tickets zu nehmen. Juhu, es geht voran. Von wegen, wir hatten es ja mit Klaus zu tun. Er bezahlt seine Tickets, verstaut diese in seiner Tasche und beginnt von neuem „Aber sie wissen schon, dass diese Handhabe rechtlich sehr fragwürdig ist …“
ALTER! Willst du sterben?! (dachte ich nur) Aber mir reichte es. Höflich aber bestimmt trat ich auf ihn zu und machte im deutlich, das seine Diskussion hier jetzt beendet sei und er sie gerne fortführen kann, wenn wir alle unsere Tickets haben. Irritiert aber offenbar einsichtig zog er ab und Minuten später hatte ich sie, Meine Tickets. Und eine weitere SW Geschichte.

Premierentag E7 – Die Spannung steigt. Wer hätte das gedacht. Das Internet wurde weitgehend gemieden. Aber … auch hier sollte mir das neue SW nicht wohlgesonnen sein. Einzig eine „kleine“ FB Gruppe unter „Unseresgleichen“ war es, die ich kurz besuchte. Und ausgerechnet da hat es sich ein Filmfreund aus „jugendlichem“ Leichtsinn nicht nehmen lassen, einen derben Spoiler zu posten, der mir das E7 Schicksal eines Helden verraten hat. Gebe zu, gekocht zu haben. Dem ein o. anderen Gruppenmitglied konnte ich noch ne schnelle Nachricht schicken, er solle die Gruppe heute meiden. Aber um mich war es geschehen. Ironischerweise um denjenigen mit dem Post auch. Ein schwacher Trost, dass er sich selbst gespoilert hatte.
Trotzdem konnte ich den Abend genießen. Wohl auch, weil ich durch meine o.a. EU-Enttäuschung ziemlich unbefangen an die Sache herantreten konnte.
Es gibt noch viele kleine und größere SW Geschichten in meinem Leben. Sei es der Besuch der SW Identities Ausstellung mit der MJ Truppe, dass ich die kompletten Sammelordner Star wars-Fact Files mein eigen nennen konnte oder dass die SW-PC-Spiele nahezu die einzigen waren, die ich jemals gespielt habe, sind nur einige davon.

Sei es Rebels, RO oder jetzt auch E8 ff. SW wird mich immer begleiten und wird immer einen Platz in meinem Leben haben. Ich freue mich auf alles was noch kommen wird. Wenn es nicht mehr für mich ist, dann für die, die danach kommen.

Und wenn ich meinem Sohn in aller Deutlichkeit sage „Ich bin dein Vater!“ dann weiß ich, dass noch lange nicht Schluss ist. :-)

... ... aber lass uns ganz offen sein, Du hast nie Wert gelegt auf meine Freundschaft!
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MovieSentai : : Moviejones-Fan
06.11.2018 17:26 Uhr
1
Dabei seit: 24.10.18 | Posts: 80 | Reviews: 0 | Hüte: 1

oh man... neben euch kann ich mich ja nur als eine Art SW-Tourist bezeichen!

Da kommt ja gleich wieder ein traumatisches Erlebniss hoch, wenn ich hier schon "Fachleute" habe.

Was haltet ihr von der Hyperraum-Kollision in Teil 8? Gab es sowas im EU bereits? Seht ihr das nicht so eng?

Für mich war das praktisch ein K.O. Genau wie die Szene seblst, war ich verstummt. Auch nach dem Film musste ich das still leidend verarbeiten. Dabei werden bei mir Filme nach der Erstsichtung rege "zerlegt". Das hat sich auch rückwirkend negativ auf sämtliche Teile ausgewirkt. Selbst die Comics wurden unterbrochen... klingt vielleicht arg drastisch aber daran hatte ich echt zu knabbern.

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bartacuda : : Mitternächtlicher Haijäger
06.11.2018 17:59 Uhr
0
Dabei seit: 03.03.10 | Posts: 3.989 | Reviews: 0 | Hüte: 257

@MovieSentai

Da kommt ja gleich wieder ein traumatisches Erlebniss hoch,..

Dafür möchte ich nicht verantwortlich sein wink

Was haltet ihr von der Hyperraum-Kollision in Teil 8? Gab es sowas im EU bereits? Seht ihr das nicht so eng?

Was genau meinst du? Was genau stört dich? Die Gefahr von Hyperraum Kollisionen ist nichts neues bei SW. Deswegen müssen die Routen und Sprünge ja auch genau berechnet werden. Und eigentlich muss man sich an die Hyperraumrouten halten. Es sei denn, man heißt Han Solo und fliegt den Falken wink

... ... aber lass uns ganz offen sein, Du hast nie Wert gelegt auf meine Freundschaft!
MJ-Pat
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MB80 : : Space Flop
06.11.2018 19:03 Uhr
2
Dabei seit: 01.06.18 | Posts: 247 | Reviews: 9 | Hüte: 11

MrBond:

Erst mal, well spoken...

“Ich muss gestehen, dass ich da ein bisschen egoistisch bin - man mag mir gerne Verblendung vorwerfen - aber ich möchte, dass meine Kinder die gleiche Erfahrung machen, wie ich sie damals machte. Daher wird bei uns zuhause nicht mit der eigentlich richtigen Reihenfolge begonnen, sondern mit den einzig wahren Star Wars Filmen, und zwar den Episoden 4, 5 und 6.“

Die einzig richtige Entscheidung... Und aus einem einfachen Grund, vollkommen unabhängig davon welchen Film man jetzt besser findet: Wenn man die Filme in der (jetzigen) Folge Episode I - VI schaut, ruiniert man einen der besten Twists der Filmgeschichte. Die Offenbarung von Vader, Lukes Vater zu sein... Wenn man die Prequels vor New Hope etc. sieht, wird dieser einmalige Moment komplett zerstört.

Das kann man als Filmliebhaber seinen Kindern nicht antuen. Hast alles richtig gemacht smile

“Who’s fucking with my medicine?“

MJ-Pat
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Raven13 : : Desert Ranger
06.11.2018 19:45 Uhr | Editiert am 06.11.2018 - 21:08 Uhr
1
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 469 | Reviews: 15 | Hüte: 46

Wenn es um die wahre Liebe geht, bin ich bereits an die "Herr der Ringe"-Trilogie gebunden. laughing

Aber das ist hier ja nun kein Thema. laughing

Star Wars... das hat bei mir angefangen, als ich etwa 5 Jahre alt war. Begonnen hat es allerdings etwas unorthodox, mein erster Star Wars-Film war "Die Rückkehr der Jedi Ritter", von meinen Eltern aufgenommen auf VHS, unwissend, um was es sich genau handelt. Was war das für ein geiler Film. Leider wurde der Film dann später dummerweise überspielt. Tja, und dann geriet Star Wars für ein paar Jahre in Vergessenheit, bis dann mal alle Teile im TV kamen (um 1992 rum muss das gewesen sein) und meine Mutter meinte, dass wir nun alle Teile haben von der Trilogie und wir ja nur den sechsten kannten. Ich wusste zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht, dass es noch zwei Filme davor gab, ich kindlicher Filmbanause. laughing Tja, und dann kannte ich alle drei und war natürlich total begeistert, denn Sci-Fi in dieser Form war einfach ultimativ für meine Kinderaugen. Luke war damals natürlich mein Lieblingscharakter. Über sowas wie Schwächen oder Fehler in den Filmen habe ich natürlich damals nie nachgedacht, daher wirkte das alles natürlich total faszinierend, dazu die unglaubliche Musik. Die Jedi waren für mich immer etwas extrem geheimnisvolles und sagenumwobenes, über das man nur leise sprechen durfte, da sonst womöglich der Zauber verfliegt.

Dann, 1999, ich war 13 Jahre alt, kam dann Episode I, worauf ich mich natürlich total gefreut habe. Lagen dazwischen für mich wirklich nur etwa 7 Jahre? Die Zeitspanne kam mir vieeel länger vor damals. Natürlich haben wir ihn uns im Kino angeschaut, damals mein vielleicht dritter Film im Kino. Das war noch im Dorfkino, das ich damals als extrem geil wahrgenommen habe, geiler Sound, riesiges Bild, gefühlt eine rieeesengroßer Saal. Tatsächlich hatte die Leinwand nur eine Breite von etwa 8 Metern und es gab vielleicht etwa 100 Plätze im Kino. Später, als ich das große Cinamaxx kennenlernte, empfand ich das Dorfkino plötzlich nur noch als klein, der Sound war plötzlich lahm und die Bildqualität nicht besonderst gut. Ach, nichts geht doch über das unbedarfte und kindliche Empfinden und vor allem das kindliche Zeitgefühl, wo die ersten 10 Lebenjahre einem vorkommen wie ein ganzes Leben. Aber ich schweife ab... laughing

Ich war jedenfalls extrem begeistert von Episode I und fand auch Jar-Jar Binks damals noch nicht doof, erst viel später. Das Pod-Rennen hat mich förmlich weggeblasen, die Laserschwertkämpfe mit Darth Maul waren ultimativ geil, Obi-Wan und Qui Gon waren extrem tolle Charaktere und der Tode von Qui Gon hat mich total mitgenommen.

Weite ging es später dann mit den Episoden II und III, die ich ebenfalls beide klasse fand. Überhaupt mag ich, abgesehen von Jar-Jar, die PT auch heute noch sehr gerne. Das einzige, was mich heute etwas stört, ist das schlecht gealterte CGI, das der heute immer noch toll wirkenden OT nicht das Wasser reichen kann von der Optik her gesehen. Es wirkt auch alles viel zu glatt poliert und glänzend und sauber, einfach zu geleckt. Aber nichtsdestotrotz mag sich dei PT für viele seiner Szenen heute noch sehr gerne.

Tjas, 2015 kam dann die lang ersehnte Fortsetzung. Natürlich auch gleich am ersten Samstag-Abend im Kino mit der ganzen Family. Ich war absolut begeistert, von einfach allem. Mir war (und ist) völlig schnuppe, ob sich vieles ähnlich anfühlt wie in Episode IV, denn was für mich zählte, war das Star Wars-Flair, und davon versprühte "Das Erwachen der Macht" extrem viel. Das Wiedersehen mit Han und Leia, die extrem tolle Musik, vor allem auch die neuen Stücke, die leicht sandige und staubige Optik, die Geheimniskrämerei, die vielen offenen Fragen und vor allem Rey und Finn, das alles hat mich wahrahftig verzaubert. Rey und Finn sind mir einfach unglaublich sympathisch und die Schauspieler haben sich richtig in die Rollen eingefügt. Einfach wundervoll.

"Die letzten Jedi" hat mir ebenfalls sehr gut gefallen, vor allem die Szenen um Luke, Rey und Kylo waren für mich wirklich absolut klasse. Dem gegenüber dinde ich jedoch die Szenen der Rebellen, die sich den ganzen Film über den schweren Beschüssen des Flaggschiffs der Ersten Ordnung und weiteren Sternzerstörern erwehren können, während sich Finn und Rose auf eine lächerliche Mission begeben, die auch noch zum Scheitern verurteilt ist. Sie wollen jemanden in einem anderen Teil der Galaxis finden und treffen, um die Codes für das Flaggschiff zu erhalten, und das WÄHREND des Beschusses. Das wirkt mit jeder Sichtung etwas hanebüchener. Aber dennoch mag ich den Film, hoffe aber, dass Episode IX wieder an die Genialität von "Das Erwachen der Macht" anschließen kann und alles zu einem würdigen Abschluss bringen kann. Bei J.J. Abrams hege ich jedenfalls Hoffnung, mochte ich doch alle seine Filme bisher sehr gerne. Ich halte ihn für einen sehr fähigen Regisseur.

Auf "Rogue One" habe ich mich ebenfalls gefreut, aber im Kino war ich dann doch irgendwie enttäuscht, habe ich doch so tolle Charaktere wie Rey und Finn erwartet, tiefgreifend, charakterstark, verkörpert durch tolle Schauspieler. Leider mochte ich keine einzige der Rollen, ich konnte keinerlei Bindung zu ihnen aufbauen, nicht einmal die Namen der Charaktere sind bei mir hängengeblieben. Die Schauspieler fand ich ebenfalls nicht besonders stark in ihrer Leistung. Die Regie war offensichtlich nicht besonders gut. Die Story war zwar interessant, wurde aber unspektakulär und langweilig inszeniert. Das Ende tat sein übriges, es war zwar konsequent (ging ja auch kaum anders), aber doff fand ich es trotzdem. Die Musik fand ich ebenfalls total lahm, nichts hat bei mir ein Kribbeln verursacht, hängengeblieben ist kein einziges Musikstück.

Bei "Solo" hatte ich praktisch kaum eine hohe Erwartungshaltung, habe mich aber dennoch auf den Kinobesuch gefreut. So hat mich "Solo" doch positiv überrascht, ich finde ihn erfrischend, abwechslungsreich, ich mag Alden Ehrenreich als Han und finde die ganze Geschichte klasse. Der Humor ist wohl dosiert und die neuen Musikstücke von John Powell gefallen mir extrem gut, ich habe wieder diese Gänsehautmomente wie bei der Original-Musik von John Williams verspürt. "Solo" ist ein echt toll inszeniertes Weltraumabenteuer, das sich toll von den Episoden abheben kann und gut alleine funktioniert. Die zweite Sichtung auf Blu-Ray hat mir bestätigt, dass der Film einfach klasse ist und für mich zu den besten Filmen im Star-Wars-Universum gehört.

Alles in allem bin ich zwar mit der OT aufgewachsen (obwohl "aufgewachsen" das falsch Wort wäre, denn ich war nie dieser extreme Star-Wars Fan, der alles davon haben wollte. Ich war damals eher der König der Löwen-Fan, davon hatte ich einfach alles, Hörspiele, Sticker-Hefte, Bilderbücher, Bettwäsche, Poster ohne Ende, ...), aber ich mag auch die PT und auch die ST bisher sehr gerne und freue mich auf alles, was noch kommen mag. Hoffentlich auch ein Obi-Wan und ein zweiter Solo. wink

Meinen Respekt auch an @MrBond und @bartacuda, eure beiden Erählungen sind toll geschrieben. Ich kann dir, MrBond, auch nur in vielen Teilen beipflichten. Deine Gedanken zur kindlichen Wahrnehmung gefallen mir, das ist gut in Worte gefasst. Und die Situation mit dem Ticketkauf bei dir, bartacuda, die kann ich sooo gut nachfühlen. laughing Hut für eure beiden Beiträge. wink

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luhp92 : : BOTman Begins
06.11.2018 20:01 Uhr
1
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.419 | Reviews: 142 | Hüte: 332

@MovieSentai
"Man stelle sich eine Stormtrooper-Serie im Stile von Band of Brothers vor. In der die Protagonisten zwischen Auftrag und Moral stehen"

Ja, so eine düstere und bedrohliche Kriegsserie über die Rebellen und Stormtrooper wünsche ich mir schon seit Jahren! "Rogue One" bot da schon gute Ansätze, das funktionierte für mich primär aber leider nur auf dem Papier und nicht in der filmischen Umsetzung.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

MJ-Pat
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ZSSnake : : Expendable
06.11.2018 20:04 Uhr | Editiert am 06.11.2018 - 20:13 Uhr
2
Dabei seit: 17.03.10 | Posts: 7.251 | Reviews: 138 | Hüte: 334

Zu allererst mal: Hut für MrBond! Ich liebe es wenn du romantisch wirst was SW angeht ^^ und ebenso einen für Bartacuda - da steckt so viel Herzblut drin, grade was das EU und dessen Streichung angeht.

Nun zu mir:

Ich gebe zu, dass ich bis Episode 8 eigentlich nicht das war, was man als Star Wars Fan bezeichnen würde. Als "Fanboy" im klassischen Sinne, mit massig Merch und so würde ich mich heute noch nicht sehen, aber Episode 8 war für mich der Film, der mich endgültig zum Fan gemacht hat. Doch ich greife vor.

Alles begann in meinem Elternhaus. Glücklicherweise waren meine Eltern auch - wenn auch nie in einem Maße wie ich selbst einer werden sollte - Filmfans. Sie hatte eine gigantische Videosammlung mit etlichen Klassikern. Terminator, Lethal Weapon, Ghostbusters, Zurück in die Zukunft - all das war Teil meiner Kindheit und ich durfte die meisten davon nach eigenem Gutdünken sehen, da meine Eltern nach dem Credo handelten "wenn er merkt es wird zu viel, macht er es aus". Sicherlich erst so ab meinem 10. Lebensjahr, aber FSK gab es damals nicht in dem Maße wie sie heute Thema ist. So landete ich irgendwann natürlich auch unweigerlich bei einem ominösen Film namens "Krieg der Sterne". Neugier keimte auf, was ist denn das für ein Film? Mama erklärt es so gut es geht und ich bin Feuer und Flamme. Also rein das Tape und los gehts. Mein Gehirn explodiert damals regelrecht von all den Eindrücken. Mit Teil 2 und 3 wurde es nur noch besser.

Mein treuer Legobaukasten hat mich damals dann nicht im Stich gelassen und LAAANGE bevor es offizielles SW-Lego gab baute ich bereits X-Wings und Tie-Fighter und kämpfte um den Todesstern. Lichtschwerter hab ich genauso selbst gebastelt wie später auch Kostüme für Batman oder Spider-Man, Robocop...was ich mochte bekam selbstgebastelte Lego-Kostüme. Star Wars hat mich damals begeistert, wie wohl jedes Kind. Ich war Kind der OT, hatte das Glück Krieg der Sterne und Imperium auch in den Special Editions im Kino zu sehen - wenn überhaupt möglich explodierte mein Kopf da noch mehr ^^ - für den dritten reichte das Taschengeld leider nicht mehr.

Die PT...Episode I...mein erster "neuer" Star Wars Film mit 14 Jahren. Ich habe die Podrennen gefeiert, die Lichtschwertduelle geliebt, es war irre cool...aber nicht das gleiche wie die OT, nicht so magisch, nicht mehr so unfassbar beeindruckend. Episode II kam und ging und gefiel mir ganz gut, Episode III hab ich regelrecht gehasst als er im Kino lief und auch seitdem nie mehr angeschaut. Überhaupt hab ich die Prequels gemieden und bis heute nicht in der Sammlung wie die OT und Episode 7 und 8.

Und die sind das neue Thema - Episode 7 war damals spannend, klar. Ich war kein Fan, auch kein Kind mehr, schon lange nicht. Aber ich war neugierig, hab alles Bildmaterial dazu verschlungen. Rückblickend vermutlich ein Fehler wie ich feststellen musste. Erst nach Episode 8 vermochte Episode 7 mich wirklich zu fesseln. Die Musik wuchs mir ans Herz, die Figuren in Kombination beider Filme auch immer mehr. Trotzdem war ich damals nicht wirklich begeistert. 2 Mal war ich im Kino...am Ende fand ich ihn gut, aber nicht toll. Und dann nahm ich mir vor nur noch die Teaser zu schauen. Bei Rogue One gelang es mir beinahe, Trailer 1 nahm ich noch mit. Er gefiel mir im Kino ganz gut, Bedarf nach einer Rückkehr zu diesem Film besitze ich jedoch nicht. Doch dann kam der lange Weg hin zu Episode 8, das warten, der Teaser...die unfassbare Gänsehaut und Liebe für das was ich sah. Ich spürte extreme Vorfreude, die sich von Tag zu Tag steigerte. Gemeinsam mit MrBond und Sully - zu dem ich leider heute aufgrund einer fatalen Fehleinschätzung meinerseits leider kein so gutes Verhältnis mehr habe, auch wenn er mir als Freund fehlt - freute ich mich hier und auch andernorts persönlicher ungemein auf den Film. Irgendwann, nach Monaten des Trailer-Vermeidens und News-Ausweichens war es so weit. Und ich wurde weggeblasen im Kino. Begeisterung, Gänsehaut - nach inzwischen 4 Kinobesuchen und einigen Sichtungen daheim war klar - der Film hat mich zum Fan gemacht.

Solo bekam die gleiche Behandlung des minimalen Kontakts und zündete ebenfalls durch seine enorme Star Wars Atmosphäre. Das Feeling ist da...und das Feeling ist es, was mich Episode 4-8 immer wieder schauen lässt. Und dieses Feeling erhoffe ich mir für Episode 9 genauso. Das Ende von 8 gab so viele Möglichkeiten, es war so offen wie es geschlossen war. Und auch wenn ich die Wartezeit genieße kann trotzdem Dezember 2019 garnicht schnell genug kommen, denn ich will wissen wie das Finale dieser Trilogie aussehen wird. Star Wars hat mich erst unter Disneys Regime vollends begeistern könne und zum Fan werden lassen - doch Erinnerungen und einen Bezug zum Franchise hatte ich von klein auf. Und ich möchte keine davon missen, denn alle davon zaubern das eine oder andere Lächeln auf mein Gesicht...

"You will give the people of Earth an ideal to strive towards. They will race behind you, they will stumble, they will fall. But in time, they will join you in the sun, Kal. In time, you will help them accomplish wonders." (Jor El, Man of Steel)
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eli4s : : Moviejones-Fan
06.11.2018 22:28 Uhr | Editiert am 06.11.2018 - 22:30 Uhr
1
Dabei seit: 22.02.12 | Posts: 1.920 | Reviews: 29 | Hüte: 46

@all
Ist jetzt etwas OFF TOPIC, aber momentan habe ich nun wirklich keine Lust auf eine weitere Star Wars Diskussion.
Dennoch würde ich aber gerne auf ein paar angesprochene Themen etwas genereller eingehen,... kann man ja dann auch noch woanders hin verlegen...

Zitat von MrBond

ich streite dabei nicht ab, dass hier "Gefühle" eine ganz besondere Rolle spielen. Kinder/Jugendliche sehen Filme mit ganz anderen Augen. Für die "Magie" in einem Film ist man als Kind noch viel empfänglicher, als ein Erwachsener. Man neigt dazu, viel tiefer in die Geschichte einzutauchen - Teil der Geschichte zu werden.

Ist eine spannende Frage, zu der ich gerne mehr Meinungen hören würde. Ich persönlich finde das schwierig.
Kinder sehen Filme mit anderen Augen, sicher. Für die Magie mehr empfänglich? Würde ich so nicht bejahen.
Als Erwachsener kann man schließlich auf mehr Erfahrungen, weiter entwickelte kognitive Fähigkeiten und ein geschulteres Auge zurückgreifen, um Filme aus deutlich mehr Perspektiven zu betrachten und auch besser einzuordnen. Da könnte man durchaus argumentieren, dass das viel eher einen intensiveren Umgang mit dem jeweiligen Werk ermöglicht... wäre ich als Kind empfänglich für die "Magie" von "12 angry men"? Nein, ich hätte mich vermutlich zu Tode gelangweilt. wäre ich empfänglich gewesen für die "Magie" von "Taxi Driver"? Nein, weil ich vermutlich mit dem Film und seinen Themen überhaupt nichts hätte anfangen können. Finde also nicht, dass man das so pauschal sagen kann. Dennoch eine spannende Frage, inwieweit einen eben frühe Seherfahrungen prägen oder eben auch nicht.

Wieso stehe ich so auf die 80er? Klar, weil ich da aufgewachsen bin und meine gesamte Kindheit in den 80ern stattfand. Ich verbinde so viele schöne Erinnerungen mit den 80ern, sei es durch Erlebnisse, Filme, oder Musik. Die 80er sind meine Zeit und - abgesehen von all den Dingen, die in den 80ern schiefgelaufen sind - beginne ich in wohligen Erinnerungen zu schwelgen, wenn ich gedanklich zurück in diese Zeit streife. Genau diese Sensoren werden letztlich auch von den Sequel-Filmen bedient. Natürlich können auch diese mich nicht so tief berühren - heutzutage neigt man eben dazu, alles genau zu analysieren und zu bewerten. Die Magie wird man nicht mehr erleben - höchstens eine Signatur der selbigen

Dazu hier anknüpfend - finde ich es schade, zu lesen, dass diese Filme (um welche es auch immer geht) dich "natürlich nicht so tief berühren können"... warum sollten sie das nicht (theoretisch) können? Ich persönlich würde das nicht so stark in der Vergangenheit verankert sehen. Ein Film kann (mich) heutzutage genauso magisch berühren wie eh und je (auch wenn es heute sicherlich andere Filme sind als damals). Genauso kann ich dir ja auf der anderen Seite unzählige Filme nennen, mit denen ich aufgewachsen bin, die ich heute grauenvoll finde. Ich sehe da den klaren Zusammenhang zwischen "ich bin damit aufgewachsen" und der "Magie" nicht wirklich. Ich meine, ich liebe die 50er und 60er - und war da noch lang nicht auf der Welt...
um jetzt doch nochmal auf das Beispiel Star Wars zurückzukommen, in dem Zusammenhang. Da fällt ja dann doch immer wieder das Argument, man möge die originale Trilogie nur, weil man damit aufgewachsen sei... halte ich so auch nicht viel von. Ich mochte sie damals, ich mag sie heute - und sicher auch aus teilweise anderen Gründen.

Was ist diese Magie überhaupt jetzt eigentlich überhaupt und woher kommt sie? Geht die "Magie" vom Werk aus? Oder vom Zuschauer? Oder beides? Hat das Werk dann überhaupt eine eigene Magie? Und warum mögen wir nun die Filme, die wir eben mögen? Nur noch so ein paar grundsätzliche Fragen als Anregung, die mir irgendwie beim Lesen dieses Threads gerade in den Sinn kamen und nicht so offensichtlich zu sein scheinen, als ich zunächst gedacht habe - bevor ich darüber nachgedacht habe...

Grüße

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MarieTrin : : Urlaubserinnerin
06.11.2018 23:53 Uhr
2
Dabei seit: 11.09.11 | Posts: 1.690 | Reviews: 26 | Hüte: 37

@eli4s

Man kann sicherlich nicht pauschalisieren, wie du bereits treffend hervorgehoben hast, dass man nur als Kind für die Magie bestimmter Filme empfänglich ist. Aber auf Filme, die man als Kind bereits geschaut hat, hat man häufig einen anderen Blickwinkel. Man ist eher geneigt, Filme nostalgisch zu verklären und daher gut zu finden, auch wenn sich der Filmgeschmack bereits weiter entwickelt hat. Da ist es bei Filmen wie bei vielen anderen Sachen auch, man entwickelt sich weiter. Erlebnisse und Einflüssen können die weitere Entwicklung prägen, oder man macht doch die eine oder andere Kehrtwende. Es ist für mich daher keine unwahrscheinliche Aussage, dass viele, die mit Filmen aus einem bestimmten Jahrzehnt, aus einer bestimmten Zeit aufgewachsen sind, später immer noch ein Fan dieser Filme sind. Es muss nicht auf alle zutreffen, aber eine Verbindung sehe ich da allemal.

Auf Star Wars bezogen: ich bin zwar mit der OT aufgewachsen, aber aktiv in Erinnerung blieben mir immer nur Leia, R2D2 und "die süßen Bären". Was dann bei vielen weiteren Filmen zu Beginn immer zu der Frage führte "Ist das der Film mit den Bären?". Aktiv miterlebt habe ich dagegen die sogenannte PT und mag sie, trotz ihrer Fehler bis heute. Mit den Jahren habe ich rational erkannt, was viele kritisieren. Aber irrational gesehen, schaue ich mir den oft verhassten ersten Teil immer noch sehr gerne an. Und die einzige halbwegs vernünftige Erklärung dafür, ist mein Kindheitsbezug.

Que la loi soit avec toi!

MJ-Pat
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sublim77 : : Rattle Head
07.11.2018 07:18 Uhr | Editiert am 07.11.2018 - 08:19 Uhr
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Dabei seit: 18.12.15 | Posts: 3.693 | Reviews: 29 | Hüte: 273

Ersteinmal ein Dankeschön an bartacuda, für die Erwähnung meiner alten Liebeserklärung an Star Wars in meinem "Freunde für´s Leben" Thread.

Diejenigen die schon länger hier auf MJ sind, wissen, dass ich immer dabei war, wenn es um Star Wars Diskussionen ging. Vielleicht ist eben jenen auch aufgefallen (vielleicht aber auch nicht), dass ich mich da in letzer Zeit sehr dünne gemacht habe. Das liegt allerdings nicht daran, dass ich das Interesse an Star Wars verloren hätte (eher gefriert die Sonne ein^^), sondern daran, dass ich einfach müde geworden bin, darüber zu diskutieren. Im Endeffekt gibt es schon seit Erscheinen der PT immer die Enttäuschten, die Begeisterten und die dazwischen. Ich habe es in den ganzen Jahren der Diskussionen nie erlebt, dass jemand grundsätzlich seine Meinung geändert hat. Vielleicht mal eine kleine Kurskorrektur, aber ein Enttäuschter wird immer ein Enttäuschter bleiben und ein Begeisterter, wird immer ein Begeisterter bleiben. Auch wenn ich sowohl zu den Begeisterten, als auch zu den Enttäuschten gehöre, wird Star Wars für mich immer etwas Besonderes bleiben, denn dieses Franchise hat (wie ich in meinen unzähligen Beiträgen über SW schon schrieb) mein Leben beeinflusst, wie kein anderes. Generationenübergreifend ist Star Wars in meiner Familie immer präsent. Nichtsdestotrotz bin ich einfach müde geworden, immer wieder auf´s Neue zu erklären, warum mir diese Episode sehr gut gefällt und warum ich von jener Episode enttäuscht bin. Denn im Endeffekt habe ich selten jemand von meiner Sichtweise überzeugen können, wenn er es nicht sowieso schon so gesehen hat. Und auch in den Diskussionen die ich die letzten Wochen hier auf MJ zum Thema Star Wars verfolgt habe, hat sich im Prinzip niemand von seiner Position wirklich wegbewegt. Es sind einfach immer wieder die selben pro-und kontra Argumente und Positionen. Mehr als einmal hatte ich das Gefühl eines Dejavu, hatten sich die Aussagen doch fast eins zu eins mit denen die ich schon selbst geführt hatte, geglichen.

Von daher ziehe ich anerkennend den Hut und vergebe einen eben solchen an alle hier, die immernoch nicht müde sind, die immergleichen Diskussionen zu führen. Es freut mich, dass diese wunderbare Filmreihe, die doch so viel mehr ist, immernoch die Massen begeistert, auch wenn viele (in gewisser Weise auch ich) so oft enttäuscht wurden.

Ich liebe Star Wars und werde es auch immer lieben. Denn ebenso wie in einer guten Beziehung oder einer guten Freundschaft, gibt es eben gute Zeiten und schlechte Zeiten.

Zu guter Letzt möchte auch ich hier nocheinmal meine alte Geschichte (für alle die sie noch nicht kennen) hier einfügen:

Star Wars und ich,

die Geschichte zweier Freunde fürs Leben.

Ach ja...Star Wars und ich, das ist wie die Geschichte zweier alter Freunde, die sich hier und da auch mal miteinander streiten, letztendlich aber eine Freundschaft haben, die man nicht bereit ist aufzugeben, auch wenn man mal nicht einer Meinung ist.

Als wir (also Star Wars und ich) 1977 das Licht der Welt erblickten, begann die Wunderbare Reise ins Sternenzeitalter. Als Sohn zweier...nennen wir sie mal Althippies...erblickte ich im selben Jahr das Licht der Welt wie Star Wars. Leider zu jung, um die Weltraumschlacht wirklich zu begreifen, merkte mein Papa recht schnell, dass ich an den tollen fliegenden Dingern, die man überall sah, sehr viel Interesse zeigte. Schon bei dem zweiten Erscheinen meines alten Freundes war ich zumindest alt genug, um mich an den tollen Spielzeugen, die er für mich hervorbrachte, zu erfreuen. Auch damals war ich noch nicht bereit für das erste richtige Auffeinandertreffen mit meinem Freund Star Wars, doch dann sollte das Jahr 1983 kommen. Mein Feuer brannte für die Weltraumschlacht. Da meine Eltern unserer Freundschaft nicht im Wege stehen wollten (und natürlich auch aufgrund eigenem Interesse daran^^), ging es auf den Weg in einen Filmtempel in unserer Nähe. Doch oh Schreck! Der kleine Sublim bekam Angst vor den großen und beeindruckenden Figuren am Kinoeingang. Was soll ich sagen, der erste Versuch, endlich Star Wars im Kino sehen zu können, endete mit dem Besuch von Schneewittchen und die sieben Zwerge (den ich letztendlich noch erschreckender fand). Doch es sollte nicht bei diesem Versuch bleiben. So nörgelte ich so lange, bis meine geduldigen Eltern einen zweiten Versuch starteten und dann, dann war es endlich so weit. Das Trefffen mit Darth, Luke und Han sollte mein Leben verändern. All die lustigen Figuren, die ich schon so lange in meinem Kinderzimmer hatte, fingen an sich von alleine zu bewegen. Die Raumschiffe flogen über den Bildschirm, ich war für immer mit Star Wars verbunden.

Doch nach dem großen Aufflammen unserer Freundschaft, sollte eine große Leere folgen. Für eine sehr lange Zeit sollte sich mein Freund nicht mehr blicken lassen. Ja, sicher, er schickte Verwandte, in Form von Filmen über die kleinen Wollknäuele, die zwar letztendlich den Sieg über das Imperium maßgeblich mitverantworteten, doch mein Freund selbst, blieb mir weiterhin fern.

Dann, Ende der Neunziger, sollte es das erste Wiedersehen mit meinem Freund geben. Nicht nur, dass ich endlich die Chance bekommen sollte "Eine neue Hoffnung" endlich im Kino sehen zu können, nein, es sollte tatsächlich zu einer völligen Aufklärung kommen, wie, was, wann, wo, diese wunderbare Reise ihren wirklichen Anfang genommen hatte. So sollte Episode I das erste Buch werden, das dich nach langer Zeit mit Freuden lesen würde. Ich war begeistert. Die Geschichte um den jungen Anakin fesselte mich so dermaßen, dass jeder Tag den es noch dauern sollte, bis ich diese wunderbare Geschichte endlich auf der großen Leinwand sehen konnte, sich schon fast in Schmerzen äusserte. Und dann, nach gefühlten hundert Angstpipi, saß ich endlich im Kinosaal (und hatte nach zehn Minuten schon wieder das Gefühl ich sollte noch mal aufs Klo gehen^^).

Nach dem Kinobesuch war die Euphorie groß, doch nachdem die überschwänglichen Gefühle abklangen, beschlich mich das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmte mit meinem alten Freund. Er hatte sich verändert, hatte sein Gesicht irgendwie geliftet, was ihm einfach nicht so recht stehen wollte. Aber egal, ich feierte das Wiedersehen so sehr, dass ich sein neues Andlitz ignorierte.

Es kam das Jahr 2002. Natürlich hatte ich wieder das Buch vor dem nächsten Wiedersehen gelesen und war, wie zuvor, absolut begeistert. Doch nachdem die Vorführung zu ende war, ging ich mit einem seltsamen Gefühl aus dem Kinosaal. Die Veränderung meines Freundes war nun so demaßen spürbar, dass ich sie nicht weiter ignorieren konnte. Es war, als wäre er jemand anderes. Er war auf der einen Seite ganz unverkennbar mein Feund, aber er war es auch irgendwie nicht mehr. Unzufreidenheit machte sich in mir breit. Wo war er hin, der gute alte Freund? Warum hatte er sich so verändert? Es war das erste mal, dass ich ein wenig enttäuscht von ihm war.

Als im Jahr 2005 die letztendlich komplette Auflösung der Lebensgeschichte meines Freundes, in Form von Episode III, ins Kino kommen sollte, war ich mit all meinen Freunden (ja, ich habe auch noch andere^^) und meiner ganzen Familie (nicht ganz, mein Sohn, der damals erst zwei Jahre alt war und meine Mutter, die auf ihn aufpassste, waren zur Abstinenz verdammt) im Kino. Endlich sollte es soweit sein, endlich würde sich alles zusammenfügen. Doch wieder störte das Veränderte Aussehen meines alten Freundes das Treffen. Doch nicht nur sein Erscheinungsbild wollte nicht so recht passen. Es wollte sich einfach nicht so recht fügen. Die Geschichte, die er mir auftischen wollte, schien einstudiert, so als wolle er irgendetwas vor mir verbergen. Und diese seltsamen Aussagen (man könnte auch Dialoge sagen). Nun ja, Menschen ändern sich eben, so eben auch mein alter Freund.

Wieder verging eine lange Zeit, bis ich von ihm zu hören bekam. Doch es war nicht wie das letzte mal, diesmal ließ er hier und da von sich hören. Mein Freund Star Wars hatte nun selbst Kinder, die er mir vorbeischickte. Sie hatten Namen wie Clone Wars oder Rebels und waren recht nett. Zwar war es nicht das selbe wie mit meinem alten Freund selbst, doch man hatte immer das Gefühl, ein wenig von ihm darin zu erkennen. Dennoch, es war einfach nicht das Selbe. Doch es war nicht das Einzige, was sich bei meinem Freund ändern sollte, denn er hatte sich getrennt. Eine Trennung, die sein Leben (und somit auch meins) verändern sollte. Er war nun frei und wollte von nun an sehr viel mehr für mich da sein.

Es kam das Jahr 2015. Mein Freund Star Wars war bereit mir zu zeigen, wie seine Geschichte weiterging. Die Spannung im Kino hätte garnicht größer sein können und als es begann, wusste ich sofort, ja, er ist wieder da, er ist es, zweifellos. Doch auch wenn ich mich sehr darüber freute, dass ich ihn endlich wiedererkannte, war es diesmal nicht sein Aussehen, dass mich störte, sein Charakter ließ mich fast verzweifeln. Er war zu einem fast hoffnungslosen Pessimisten verkommen. Ich war zu tiefst erschüttert. Was war nur mit ihm geschehen? Ich gebe zu, dass dies zur bisher schwersten Prüfung unserer Freundschaft wurde. Doch was wären wir für Freunde, wenn wir alles was wir zusammen erlebt hatten, gleich vergessen würden und unsere Freundschaft über Bord werfen würden? Nein, das kam nicht in Frage.

Ich wusste, dass ich ihn nun (aufgrund seiner neuen familiären Situation) des Öfteren sehen würde und schöpfte wieder Hoffnung, dass er sich schon noch besinnen würde. So gab ich ihm schon ein Jahr später, bei Rogue One, die nächste Chance sich zu besinnen. Was soll ich sagen, ich war hellauf begeistert. Endlich war er wieder da. Ja, er war ernster geworden, aber es war unverkennbar mein alter Freund. Er sah aus wie er, er benahm sich wie er, es war Star Wars.

Nun sind wir schon so lange freunde und werden, wenn es nach mir geht, auch immer Freunde bleiben. Ich hoffe, dass unsere Wege sich immerwieder kreuzen und dass wir uns, egal wie oft wir uns streiten, immer wieder zusammenfinden werden. So schließe ich diese kleine Erzählung zweier Freunde mit den Worten:

Möge die Macht mit uns sein!

Bei der Macht von Greyskull! Isch han uff de Grub Geschloof!!!

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