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Primeval | 08.01.2012
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luhp92 : : BOTman Begins
10.12.2018 01:35 Uhr | Editiert am 10.12.2018 - 12:09 Uhr
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Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.557 | Reviews: 146 | Hüte: 337

Mowgli

Bei Weitem kein perfekter Film, dennoch wurde ich wirklich positiv überrascht, das Gesehene musste ich als Fan des Zeichentrickfilms von Disney während und nach dem Abspann erstmal verdauen.

Andy Serkis wagt sich Einiges und orientiert sich laut Aussagen von Kennern des Romans wohl mehr an Kiplings Vorlage denn am Disney-Zeichentrickfilm. Kein King Louie, keine böse Kaa, keine Songs, kaum Humor, im Gegensatz zu Jon Favreau hängt Andy Serkis nicht zwischen Nostalgie und Neuerung fest, sondern geht konsequent den neuen Weg. Das Leben im Dschungel ist kein rein fröhliches und gemütliches Abenteuer sondern meistens wilder und tödlicher Ernst, dementsprechend werden die Wolfsjungen auch vom alten Haudegen und Drill-Instructor Balu ausgebildet. Ansonsten ein packendes Abenteuerdrama über Identitäts- und Heimatfindung und biologisch-natürliche Unterschiede, Mogli ist zerrissen zwischen dem Wolf- und dem Mensch-Sein, zwischen dem Leben im Dschungel und in der Siedlung. Ambivalent geschrieben, sowohl Tiere als auch Menschen, hier in Form eines Trophäen-gierigen Jägers, tragen Schuld am Leid in dieser Welt, dem Dschungel.
Darüberhinaus führt Serkis eine zum Nachdenken anregende, hochaktuelle Gesellschaftsstudie durch, indem er das demokratische Wolfsrudel - dem indirekt auch Bagheera und Balu angehören - dem faschistischen Shere Khan (und den anarchistischen Affen) gegenüberstellt. Wie weit darf bzw. muss eine Demokratie gehen, inwiefern muss sie überholte Gesetze und Traditionen aufgeben, um dem Faschismus Einhalt zu gebieten? Und welche Konsequezen hat es, wenn man dabei zu lasch oder zögerlich vorgeht?

Im Vergleich mit "The Jungle Book" ist "Mowgli" um Vielfaches düsterer, brutaler und blutiger angelegt, wenn hier Charaktere sterben, dann fällt das hart und schockierend aus. Ob der Film letztendlich für Kinder geeignet ist, müssen die Eltern bzw. Verantwortlichen entscheiden, ich würde aber ganz klar sagen: Nein!

Hinsichtlich der Synchronsprecher ist "Mowgli" wie zu erwarten überragend (Benedict Cumberbatch als Shere Khan, Christian Bale als Bagheera, Andy Serkis als Balu, Cate Blanchett als Kaa, Peter Mullan als Akela), Rohan Chand macht seine Sache als Mogli ebenfalls klasse, nebenbei sieht man zudem die sympathische Freida Pinto als Moglis Adoptivmutter in der Siedlung sowie den Zach-Braff-Lookalike Matthew Rhys als britischen Jäger.

Der einzige Aspekt, in dem "The Jungle Book" überlegen ist, sind die visuellen Effekte und selbst die sind in "Mowgli" nicht schlecht, ansonsten hat "Mowgli" meiner Meinung nach überall die Nase vorn oder bewegt sich auf dem gleichen Niveau.

Vielleicht eher 7/10, aber die aktuelle Begeisterung lässt mich eher zur 8/10 tendieren.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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